Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 1-2 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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19 hinab zu den Handgelenken wurden die Stricke in teuflischer Weise fest um die widerstandslosen Glieder gewunden. Da dies noch nicht für hinreichend gehalten wurde, so wurden die geschwollenen und zitternden Hände hinten auf dem Rücken zusammen gebunden und dann wurden andere Stricke über die Brust befestigt, und das mit einer Gewalt, welche den unglücklichen Duldern einen Todeskampf verursachte. Windend und zitternd lagen wir qualvoll athmend auf dem harten bloßen Grunde. Hier beteten Einige, Andere stöhnten, der Eine sprang umher in qualvollen Schmerzen, dort stieß wieder ein Anderer sein niederhängendes Haupt in verzweifeltem Wahnsinn an einen losen Stein, als ob er entschlossen sei, seinen Leiden durch Selbstmord ein Ende zu machen. Der zunehmende Mond, der von dem weißen Wolkenhimmel herabschien, die Ruhe der Wächter, die durch das Geheul wilder Hunde, wie sie beutegierig über das Feld liefen, unterbrochen wurde, und das Aechzen und Seufzen der Gefolterten boten eine Scene dar, welche Worte nicht beschreiben können. Seine Majestät verließ sofort den Ort, als die Stricke angelegt waren, und begab sich in sein Zelt. S— erschien immer wieder nach einigen Minuten, sein Gesicht unter einer Kapuze verborgen, und fragte, ob ich bekennen wolle, und flüsterte dann, wenn er keine genügende Antwort erhielt, den Wächtern zu: „Legt ihm noch einen Strick um die Brust. Drei Mal wiederholte er seine Besuche, und drei Mal sprangen ein Paar Söldaten auf mich zu und vollzogen den königlichen Befehl mit solchem Eifer, als ob es ihnen Vergnügen mache, einen Weißen zu peinigen. Damit sich die trocknen Stricke zusammen zögen, gossen die schwarzen Furien dann und wann eine Menge kalten Wassers über unfern unempfindlichen Rücken herab. „Reden Sie," wiederholte der verhüllte königliche Bote noch einmal, ein Befehl, den Capitain Cameron unterstützte, indem er rief: „Stern, Stern, sagen Sie, was Sie wissen!" Die zu Tode quälende Marter hatte nun gegen drei Viertelstunden gedauert, und es war noch kein Zeichen da, daß der Tyrann seine Grausamkeit mildern werde. Physisch und geistig niedergeschlagen, klammerte sich die Glaubenshand vertrauensvoll an den ewigen Fels und seufzte im Gebet nach Erlösung von diesen irdischen Qualen und 2*