Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 23 (1867)
- Issue
- 1-2 (1867)
- Date
- 1867-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 Reform scheint in der letzten Zeit namentlich einen großartigeren Gedanken gefaßt zu haben; man polemisirt nicht sowohl gegen einzelne Erscheinungen auf dem christlichen Gebiete, wie sonst gegen die Bibel- und Missionsgesellschaften, als vielmehr gegen das Christenthum im Großen und Ganzen. Die Mission bekommt jedoch bei der ersten besten Gelegenheit immer einige derbe Seitenhiebe. Die allgemeine Zeitung des Judenthums hofft einen großen Triumpf zu erringen; sie meint mit einem oder einigen Hauptschlägen dem Christenthum allen Grund und Boden zu entziehen und zugleich sich das große Verdienst zu erwerben, von dem ganzen Volke Israel die große und schwere Schuld und Sünde abzuwälzen, unter der es nun 1800 Jahre seufzt. Der Herausgeber der Juden-Zeitung will nichts Geringeres beweisen, als daß es gar nicht wahr ist, was die Christen in dieser ganzen Zeit den Juden zur Last gelegt haben, daß sie nämlich Jesum von Nazareth getödtet hätten. Mit diesem Erweise müßte dann auch die Autorität des neuen Testaments fallen, und so wäre es natürlich um die Grundlage des Chriftenthums geschehen. Auf den ersten derartigen Versuch brachten die Dibre Emeth eine Entgegnung; seitdem hat die allgem. Zeitung des Judenthums in mehreren längeren Artikeln die Frage behandelt: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuziget?" Bei Beantwortung derselben wurden auch die berüchtigten Werke gegen das Christenthum von Strauß und Renan mit Freuden benutzt, die natürlich in den Augen des Rabbiners eine bedeutende Autorität haben; obgleich sie längst vielfach widerlegt worden sind, und Phil, selbst bei einer späteren Gelegenheit die Gründlichkeit Renan's bezweifelt. Diese Artikel der Judenzeitung sind dann als besondere Broschüre erschienen, die, wie ihr Verfasser in der genannten Zeitung wiederholentlich mit großer Selbstgefälligkeit anzeigte, in verschiedene andere Sprachen übersetzt worden ist. Ob der Verfasser selbst das für wahr hält, was er der Welt vordemonstrirt, müssen wir einstweilen noch stark bezweifeln. Er nennt die Behandlung der Frage — allgemeine Zeitung des Judenthums Nr. 21 1866 — eine „Untersuchung," die „nur für diejenigen Christen geschah, welche auch das Neue Testament der Prüfung unterziehen, und für die Juden selbst. Diesen sollte erwiesen werden, daß die Berichte in den vier Evangelien über den Tod