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Dibre Emeth · 1867-01-01 · 1-2 (1867) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
23 (1867)
Issue
1-2 (1867)
Date
1867-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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5 wir auf Grund der heiligen Schrift zu erwarten haben, das vermessen wir uns nicht zu bestimmen; denn das hat der Herr Seiner Macht Vorbehalten, wir haben unterdessen nur darauf zu sehen, daß wir den Willen des Herrn auörichten, d. i. Sein Evangelium treiben und Israel dasselbe verkündigen auf so ausführliche und ausgedehnte Weise, wie es nur immer möglich ist. Ueber die Aufnahme dieses Evangeliums von Seiten der Juden und über die religiösen Zustände unter ihnen bringen zwar diese Blätter fast in jeder Nr. mehr oder minder Zeugnisse und Mittheilungen; aber beim Beginn eines neuen Jahres fragt man doch gern auf's Neue, wie es in dieser Hinsicht unter Israel steht. Da läßt es sich denn allerdings auf der einen Seite nicht leugnen, daß nur wenig Erfreuliches zu melden sein dürfte; doch sind einige Kundgebungen vorhanden, die für eine günstige Antwort auf jene Frage sprechen. Denn es ist offenbar als ein erfreuliches Zeichen zu betrachten, daß die heilige Schrift sehr reichlich unter Israel verbreitet wird. Wenn auch in unserm Vaterlande sowohl das hebräische, als das deutsche alte Testament von Seiten der christlichen Bibelgesellschaft in bedeutend geringerer Anzahl jetzt an Israeliten abgesetzt wird, als früher: so ist nach den Angaben der jüdischen Bibelanstalt die Zahl der von ihr verbreiteten hebräischen und deutschen Bibeln eine erfreulich große, In andern Gegenden und Ländern aber, wohin sich der Einfluß der jüdischen Bibelanstalt noch nicht hat erstrecken können, ist der Absatz der christlichen Bibeln noch immer bedeutend. — Noch erfteulicher und merkwürdiger ist es, daß in den letzten Jahren besonders das neue Testament von den Juden viel begehrt und gekauft worden ist. Wenn früher ein Jude ein Verlangen hatte das neue Testament zu lesen, so mußte er es in irgend einem Winkel seiner Wohnung ganz versteckt halten, und gewöhnlich las er es dann in später Nacht, wenn Alles um ihn her in tiefem Schlafe lag, oder er ging in einen nahen Wald und las es dort. Wurde er aber über seinem Lesen entdeckt, oder das Buch gefunden, so war er selbst kaum seines Lebens sicher und das Mindeste war, daß das verpönte Buch verbrannt und der Jude eine Zeitlang auf's Strengste beobachtet wurde. Jetzt ist das anders; denn wenn auch unter den Orthodoxen sich noch manche Fanatiker alten Schlages

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