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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 11-12 (1866) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
11-12 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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188 — ein Zeichen, woraus wir einen Wink von den Gesinnungen des Königs gegen uns erhielten. Unsere Hoffnung, daß unsere Sache günstiger stehe, war nicht unbegründet, denn am Nachmittage kam der Günstling des Königs zurück und befreite Rosenthal von seinen Fesseln, der sich nun mit Frau und Kinde eines unbewachten Zeltes erfreuen durfte, während er uns die Aussicht auf einen schnellen und glücklichen Wechsel des Gefängnisses zur Freiheit eröffnete. Ich hatte alles Vertrauen zu seinen Versicherungen verloren, ja ich argwohnte immer, daß wenn er uns Freiheit versprach, er dahin arbeite, uns Verderben und Tod zu erwirken (eine Thatsache, die jetzt unbestritten ist). Einige Wochen vor Ostern forderte mich Seine Majestät eines Tages auf, ihm aus der Bibel zu beweisen, daß Fasten kein göttliches Gebot und auch nicht nöthig zur Seligkeit sei. Ich gehorchte bereitwillig dem Befehle, und nun wurde in schneller Aufeinanderfolge Botschaft nach Botschaft aus dem Zelt der Weißen nach dem Zelte des Königs gebracht. Um die Erörterung nicht in die Länge zu ziehen, welche von Seiten Sr. Majestät und dem Hofe in eine Herausforderung übergegangen war, bemerkte ich kurz, daß Fasten, als ein Hülfsmittel zur Frömmigkeit und Andacht im Einklänge mit der Praxis der Apostel sei; aber solche Fasten, fügte ich hinzu, wären verschieden von denen, ja ihnen geradezu entgegen, welche von der Kirche eingeschärst würden, und dazu bestimmt, ein Abkommen zwischen Sünde und guten Werken zu treffen, wie es deutlich aus Jesaias 56 hervorginge. Dieses Kapitel wandte Seine Majestät als einen Tadel seiner eigenen Handlungen an, und diese meine Kühnheit hätte mir können theuer zu stehen kommen, wenn nicht in demselben Augenblick, als ein lautes und vielbedeutendes Geschrei aus Dutzenden von Stimmen erscholl: „Bringt Oooab," (das ist, mich selbst) der Gegenbefehl: „tou,“ halt, dem gefährlichen Befehl Einhalt gethan hätte. Die Erörterung, welche ein klägliches Ende hätte haben können, wenn nicht eine unsichtbare Macht den Zorn des Königs gezügelt hätte, rief, wie uns gesagt wurde, in der Armee eine Menge Voraussetzungen hervor, und es ist sehr wahrscheinlich, daß sie in der Erwartung von Abschaffung der Fasten nicht getäuscht worden sein würden, hätte der ProphetJesaias nicht zu schonungslos Ungerechtigkeit und Unterdrückung

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