Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 11-12 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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186 sollten. Der Abend machte endlich dem unruhigen Tage ein Ende, und die Wächter drängten sich uns in widriger Menge auf. Sie hatten jetzt eine weniger schwere Aufgabe bei Zählung der Gefangenen, da unsere Zahl bedeutend verringert war, und es war eine Art von Genugthuung, sie ihrem Vorgesetzten zuschreien zu hören: „sechs" und „Gensabadjena," unser Eigenthum, eine Bezeichnung, womit wir, Rosenthal und ich, gewöhnlich ausgezeichnet wurden. Am folgenden Nachmittage kamen Zudi, der Hauptspion über die Europäer in Gaffat, ein Amt, zu welchem ihn die Natur von seiner Geburt an bestimmt hatte, und einige andere königliche Beamte, um das geleerte Zelt zu entfernen. Wir erkundigten uns, wenn das Unsrige würde abgebrochen werden, worauf sie erwiederten: „Be Theodorus mot," beim Tode Theodorus, ehe die Sonne oft auf- und untergegangen ist." Der Etcheque, Prior aller Mönche und Beichtvater Sr. Majestät sandte uns auch einen freundlichen Gruß mit einem bedeutungsvollen Wink begleitet, daß wir ihn unter bessereren Umständen nicht vergessen möchten. Der ersehnte Morgen kam und endete, und so ein anderer und wieder ein anderer ohne irgend eine Aenderung. Am Morgen früh des 4. erreichte uns die Nachricht, daß der König über Herrn Bardel zürne und ihn beschuldige, daß er der Urheber des Bruches zwischen ihm und den Europäern sei. Ein Junge im Dienste des Herrn Flad, welcher sich einige Kenntniß der deutschen Sprache angeeignet hatte, stahl sich etwas später in unser Zelt und brachte uns dieselbe Nachricht mit Hinzufügung, daß wir bald frei und Herr B — gefesselt fein würde. Gegen Mittag erhielt diese Nachricht ihre Bestätigung, da Herr B— von einer Abtheilung Truppen wirklich in unser Zelt gebracht wurde, um daselbst das Wohlgefallen seines königlichen Herrn zu erwarten. Erörterungen und Fragen hatten ihren Höhepunkt erreicht, als eine höchst Schrecken erregende und Achtung gebietende Gesandschaft vom'Könige erschien. Bei stüheren Gelegenheiten machten Jaques Obey, Samuel oder ein anderer Beamter die Vermittler der Mittheilungen zwischen dem Könige und seinen weißen Gefangenen, aber jetzt wurde, um der Gesandtschaft Nachdruck zu geben, größere Etiquette beobachtet. Unter der Menge der Abgesandten waren unser alter Bekannter 2uäi, Jaques Obey, Madrigal (früher