Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 11-12 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Die Myssmischen Gefangenen. (Fortsetzung.) Während solche und ähnliche Scenen in Gondar hervorgemfen wurden, wurde zwischen Sr. Majestät und den Frenchusch ein mächtiges Kreuzfeuer von Fragen und Antworten auftecht erhalten. Das verdrießliche Thema des unglücklichen Briefes und gewisse persönliche Gunsterzeigungen*) bildeten den Stoff der Fragen, welche an Ihrer Majestäts Consul gerichtet wurden. Aus dem Inhalte der Fragen konnte man merken, daß Seine Majestät anfing sich bewußt zu werden, daß sein Betragen gegen uns Alle die Grenzen eines Herrschers und eines bekennenden Christen überschritten habe; aber von brennender Rache angestachelt erstickte er jedes bessere und edlere Gefühl und sagte stolz zu Kapitain Cameron, er wüßte, daß Ihre britanische Majestät einige große Männer senden würde, um sich genauer nach seinem Verfahren gegen ihren Vertreter und die andern „Frenchusch" zu erkundigen; aber dann und wann war seine Antwort: „Ich kann in meinem Lande thun, was mir gefällt." Als Capitain Cameron's Geschäft abgemacht war, warf Samuel, der Bevollmächtigte des Königs, seine Geieraugen auf mich und verlangte zu wissen, was ich mit der, in meinen Papieren enthaltenen Angabe meinte, daß „wenn der Negus die Feindschaft, der Franzosen oder den Angriff der Türken hervorriefe, der Kampf wahrscheinlich die sklavischen Bande der Intoleranz brechen und die Wohlthat der Freiheit über Abyssinien bringen würde." Hierauf erwiederte ich: „Seine Majestät ist schon mit den Ansichten des Kaisers Napoleon über diesen Gegenstand bekannt, da sie in dem Briefe, welcher durch Herrn Bardel dem Könige überbracht worden ist, enthalten sind, daher es für mich ein überflüssiges Unternehmen sein würde, eine Erklärung der Sprache zu geben, die deutlich genug ist." „Und was werden die Engländer thun, wenn ein socheS Er- *) Ich hatte es mir und meinen Mitarbeitern zur Regel gemacht, von dem Könige kein Geschenk irgend einer Art außer einer Kuh und einigm Schaafen anzuuehmen, daher konnte er mir jetzt mit seinen unterschätzten Gunstbezeigungen und Geschenken keine Vorwürfe machen.