Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 11-12 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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machen, da die Juden in Europa ihnen doch kein Gehör schenkten, so glaubte ich, nichts Eiligeres thun zu können, als meine Brüder hier davon in Kenntniß zu setzen. „Eines Freitag Abends, wann gewöhnlich viele Dorfbewohner in die Stadt, in die Synagogen gehen, weil sie auf den Dörfern keine solche haben, ersuchteich den Vorsteher Rabbi Jeschua Misrachi, die Gemeinde zu veranlassen, nach beendigtem Gebete noch in der Synagoge zu bleiben, da ich ihnen wichtige Neuigkeiten mitWtheilen hätte. So geschah es denn auch. Nach Beendigung des Gebetes zeigte ich dem Rabbiner... den betreffenden Aufsatz, der ihn der Gemeinde in persischer Uebersetzung vorlas. Kaum hatte der Rabbiner seine Vorlesung beendet, so riefen unsere Brüder mit zorniger Stimme: Wo sind sie denn, diese Verführer, sie mögen nur kommen, wir werden sie schon zurecht weisen. Furchtbar war der Anblick, den diese von Zorn und Wuth entstellten Männer darboten, die sofort nach ihren Waffen griffen, und gar nicht aussahen, als seien sie zum Scherzen aufgelegt. Wie die meisten Völker im Kaukasus sind auch unsere Glaubensgenossen stets mit Hieb- und Feuerwaffen versehen, von denen sie sich, Groß und Klein, selbst nicht beim Gebete trennen. Ich gab ihnen den Rath, an alle jüdischen Bewohner der umliegenden Städte und Dörfer Briefe zu schreiben, um sie auf einen geeigneten Empfang der Herren Seelenhändler vorzubereiten. Samstag Abend schrieb ich selbst an viele andere Gemeinden, die Briefe wurden durch die Post bis an's tiefste Gebirge gebracht. Nach zwei Tagen erhielt ich schon vom Oberrabiner von ganz Daghestan zu Derbend folgenden Brief: Theure Brüder rc.! Euer werthes Schreiben erhielt ich zu meiner großen Freude. Aus demselben sehe ich, daß Ihr dem Uebel vor seinem Einbrüche vorzubeugen versteht. Doch waren mir schon früher die verderblichen Absichten der betreffenden Gesellschaft bekannt. Allem Anscheine nach, müssen diese Missionäre uns für Narren halten, wenn sie glauben, bei uns Erfolge zu erzielen. Wie gesagt, ihre Hoffnungen werden zu Wasser werden, wir wollen sehen, was aus ihren Träumen werden wird. Doch ersuche ich Herrn Tscharni, uns, wenn er dieses weiß, den Tag zu bestimmen, an welchem die Missionäre mit den Rabbinen