Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 11-12 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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furchtbaren und beispiellosen Ereignisses, wie die Zerstörung Jerusalems. Wir werden um somehr zu dieser Frage gedrängt, va wir es hier mit dem auserwählten Volke zu thun haben, für welches Gott der Herr von Anfang an mit so großer Treue und Barmherzigkeit gewacht, das Er geschützt und geleitet, dem Er Land und Stadt und Heiligthum gegeben; dem Er aber auch gedrohet, dies Alles zu nehmen, wenn sie wider Ihn sündigen und Seiner Stimme nicht gehorchen würden. „Wer hat Jakob übergeben zu plündern, und Israel den Räubern? Hat es nicht der Herr gethan, an dem wir gesündiget haben? Und sie wollten auf Seinen Wegen nicht wandeln, und gehorchten Seinem Gesetz nicht! Darum hat Er über sie ausgeschüttet den Grimm Seines Zorns, und eine Kriegsmacht; und hat sie umher angezündet, aber sie merken es nicht; und hat sie angesteckt, aber sie nehmen es nicht zu Herzen/' Jesaias 42. 24. 25. Welches war nun die Sünde, um welcher Willen der Herr Jerusalem in die Hände der Römer gab, die es zerstörten und die Juden in die schwere und lange Verbannung von ihrem eigenen Lande wegtrieben? Die christliche „Anschauungsweise" weiß keine andre Ursache, als die Verwerfung des Messias, welche das Wort Gottes, Daniel, 9. angiebt. Diese Sünde und Strafe lastet auf Israel, diese Sünde hat es, als Nation, noch nicht bußfertig erkannt, obwohl schon so viele Jahrhunderte verstrichen sind. Wir müssen daher sagen, das über die Abyssinischen Missionare ausgesprochene Urtheil von den „verstockten Herzen" und von der „strafenden Hand Gottes" trifft nicht diese, sondern die ganze jüdische Nation; und dies Urtheil sprechen nicht wir aus, sondern es ist schon gefällt. 5. Mose, 28, 28. — Jesaia 6, 9.10. Mit gesperrter Schrift ist dann noch die Nachricht gedruckt „daß es mit der Mission für Abyssinien für immer aus ist." Wir sagen, das wird von Gott dem Herrn abhängen. Sein Wort ist dort verkündigt worden und hat hoffentlich in manchem Herzen feste und tiefe Wurzel gefaßt. Ist das geschehen, so kann das Werk der evangelischen Mission auch ohne alle eigentlichen Missionare fortgehen. Der Herr'ist an keine Person gebunden; Er kann sich auch „aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge eine Macht zurichten." Psalm 8,3. — Charakteristisch ist, daß an diese Nachricht von dem