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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 11-12 (1866) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
11-12 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Sünde nicht erkennen, wendet auch Gott der Herr seine schwere Hand nicht von ihnen, sondern es kommt bald hier, bald da zu einer oder der andern Zeit ein besonderes Strafgericht Gottes über einen oder den andern Theil der Nation, wie wir dies bis in die neueste Zeit herein sehen können. Wenn auch unsere Orthodoxen ebenso wie die Reformer sich und Andere bereden wollen, sie wären über die Erde zerstreut, um Zeugniß für den Monotheismus abzulegen, so ist ja doch dies eitel Thorheit und Gottlosigkeit. Unbegreiflich ist es, wie namentlich die Orthodoxen, die doch noch vorgeben die Bibel zu achten und zu ehren, die Zeugnisse Moses so gänzlich ignoriren oder freventlich entstellen können, um die Wahrheit zu unterdrücken, daß nur ihre Sünde die Ursache der Vertreibung aus ihrem Lande ist. Ein Artikel überschrieben: „Die jüdische Religion und die Statistik" in Nr. 2. „des Israelit" leugnet auch diese Wahrheit, in dem es dort heißt: „Die Anschauungsweise der christlichen Welt, welche die Vertreibung der Juden als Strafe, weil sie den Stifter der christlichen Religion nicht als Messias anerkennen, betrachtet, ist schon darum nicht stichhaltig, weil es unleugbare Thatsache ist, daß — die Juden schon längst vor dessen Geburt in viele andere Länder auswanderten." In der That, lange vor dem Falle Jerusalems waren die. Juden schon über die ganze Welt verbreitet. Dieser Verfasser meint also, diese besagte christliche Anschauungsweise sei darum nicht stichhaltig, weil schon vor der Erscheinung Jesu Christi viele Juden ausgewandert waren. Wenn nach der Kreuzigung des Messias nur von Zeit zu Zeit bald mehr bald weniger Juden so ganz ruhig und gemüthlich ausgewandert wären, so ließe sich ein solcher Schluß allenfalls hören. Wiewohl der Verfasser weder von der Wegführung der zehn Stämme in die Assyrische, noch von der des Reiches Juda in die Babylonische Gefangenschaft etwas zu wissen scheint; so läßt er doch die Juden, die in Folge der Einnahme und Zerstörung Jerusalems durch die Römer wie das Vieh verkauft und als Sklaven weggeführt wurden, nicht so friedlich „auswandern," sondern er spricht von einer „Vertreibung." War es aber eine Vertreibung und zwar eine so vollständige und gewaltige, daß den Juden lange verboten war, die Stätte des zerstörten Jerusalems nur zu betreten, so fragen wir billiger Weise nach der Ursache eines solchen

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