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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 11-12 (1866) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
11-12 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Männern Gottes messen können, könnte darum ihr Tod eine „Sühne des Gesammtjudenthumö" sein? Wo ist denn in der ganzen heiligen Schrift des Alten Testaments ein einziger Ausspruch zu finden, der -eine solche Behauptung rechtfertigen könnte? Das gerade Gegentheil aber lehrt die Bibel an vielen Stellen. Psalm 49, 8. 9. heißt es: „Kann doch ein Bruder Niemand erlösen, noch Gott Jemand versöhnen; denn es kostet zu viel ihre Seele zu erlösen, daß er es muß lassen anstehen ewiglich." Durch den Propheten Jeremias (15, 1.) spricht Gott der Herr: „Und wenn gleich Mose und Samuel vor mir ständen, so habe ich doch kein Herz zu diesem Volk; treibe ste weg von mir, und laß ste hinfahren." Und Hesekiel 14, V. 12—20 lesen wir diese merkwürdigen Worte, die besonders geeignet sind das Lügenhafte und Gottlose jenes Ausspruches des Bezirks-Rabbiners darzuthun, da sie solche Fälle betreffen, wie in Jerusalem jetzt stattfinden! „Du Menschenkind, wenn ein Land an mir sündiget und dazu mich verschmähet, so will ich meine Hand über dasselbe auöstrecken, und den Vorrath des Brodt's wegnehmen, und will Theurung hinein schicken, daß ich beide Menschen und Vieh darinnen ausrotte. Und wenn dann gleich die drei Männer, Noa, Daniel und Hiob darinnen wären; so würden sie allein ihre eigene Seele erretten durch ihre Gerechtigkeit, spricht der Herr Herr" u. s. w. Moses und Samuel und Daniel haben wohl oft und viel für Israel gebetet, durch ihr Gebet auch erlangt, daß der Herr manches Uebel von Israel abwendete; aber nirgends ist - von ihnen oder einem anderen Propheten gesagt, daß er eine Sühne für das Volk gewesen sei. Sie alle waren Sünder und das find auch heute noch alle „Tugendhelden," und darum sind ste gestorben ohne für sich selbst ein „Sühnopfer" zu sein, noch weniger für Andere. Wohl bedarf nicht nur „das Gesammtjudenthum" sondern die ganze Menschheit eines „Sühnopfers;" aber das ist nur der Messias, der Knecht Gottes, wie er so oft genannt wird, auf den der Herr unser aller Sünde warf, und der die Missethat versöhnen und ewige Gerechtigkeit bringen sollte. Jesaiaö 53, Daniel 9. Ob nun die Missionare „Seelenräuber" sind, wie der Ungarische Rabbiner sie nennt, wenn sie nach und'mit der Bibel lehren, daß wir nicht durch unsere Tugend, sondern durch den Opfertod des Messias versöhnet und gerecht werden,

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