Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 9-10 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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einer begrenzten Quelle mit, wie etwa die Zertheilung eines BrodeS in viele Brocken. Wir haben Zutritt zu einer Quelle lebendigen Wassers, und je weiter sich ihre Ströme ergießen, desto reichlicher ist der Zufluß aus der Quelle, desto größer ist die Gabe für diejenigen, durch welche der Segen verliehen wird. Kurz, die Worte unsers großen Dichters bewahrheiten sich: „Die Gnade ist unbeschränkt, sie träufelt wie ein sanfter Regen vom Himmel herab auf die Erde: sie hat einen zwiefachen Segen; sie segnet den, der giebt, und den, der nimmt." Die Resolution enthält noch einen andern Gedanken, bei welchem ich noch einen Augenblick verweilen muß. Es ist die Idee der Vollendung , worauf die Thätigkeil bei den einander gegenüberstehenden Parteien hinzielt. Laßt uns voraussetzen, die ganze Vollendung sei erreicht. Ich spreche nicht von halbirten Ansichten mit Bezug auf Vorrechte des Volks oder auf solche, welche von Leuten mit vorgeschrittenen Meinungen beinahe mit Verachtung angesehen werden, weil sie verhältnißmäßig langsam in ihrem Fortschritte sind. Wir wollen die Ansichten derer in Betracht nehmen, welche beanspruchen die Träger der Meinungen der äußersten Fortschrittspartei zu sein. Was ist die Vollendung, nach welcher sie streben? Es ist die, daß die Macht so weit als möglich unter der Masse des Volks vertheilt sein sollte, daß alle Einwohner im Lande die höchste Macht bilden sollten, daß alle untergeordneten Anstalten verschwinden sollten, daß alle Vertreter denen untergeordnet sein sollten, welche sie senden, und so werden wir die Macht in der ganzen Masse des Volks haben. Nun, wenn die Masse des Volks ein gerechtes Volk ist, ein christliches Volk, ein moralisches Volk, ein Volk, dessen erster Herzenswunsch die Ehre Gottes und das Wohl ihrer Mitgeschöpfe ist, dann hat's wenig auf sich, ob die Macht eng begränzt oder weit ausgedehnt ist, die Wirkung wird in beiden Fällen fast dieselbe sein. Aber nehmt die andere Voraussetzung — und sie ist eine mögliche und peinliche, und das Wort Gottes giebt uns zu deutlich zu erkennen, daß wir ihre Verwirklichung zu erwarten haben — daß die Maßnahmen des sogenannten politischen Fortschritts von den Maßnahmen socialen und religiösen Fortschritts werden getrennt und isolirt werden, daß die Macht in die