Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 9-10 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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wenden, und wenn die Politiker und Staatsmänner sich von den einzelnen und technischen Dingen ihres Werkes erheben, um über die moralischen, socialen und geistlichen Prinzipien nachzudenken, von welchen das Wohl und Heil der Völker abhängt. Aber wenn die Zeit je kommt, wo die Staatsmänner dem edelsten Theile ihres Amtes entsagen, sich weigern, Fragen über moralische und religiöse Wahrheit in ihre Berathung eindringen zu laffen, und darnach streben, jede politische Frage in eine Frage der Rechenkunst zu verwandeln, dann, wie die Natur die Leere in äußern Dingen, so auch die Leere in der moralischen Welt verabscheut, müssen solche hervortreten, welche die Leere ausfüllen und die Lehren und Wahrheiten des Evangeliums in den weiten Raum der socialen Beziehungen, von welchen die Aussichten des Menschengeschlechts abhängen, hineintragen. In Verbindung mit der Resolution möchte ich den Unterschied hervorheben zwischen der Wichtigkeit der großen Frage, welche jetzt unser Parlament in zwei gleiche Lager theilt, und der Wichtigkeit des großen Werkes, in seiner Bedeutung auf die Bestimmung des menschlichen Geschlechts, mit dem sich diese Gesellschaft beschäftiget. Ich glaube, daß Gott jetzt gerade die religiösen Gesellschaften hervorruft, als ein Ergänzungs-Parlament, um den Theil seines Werkes zu thun, welchen das monarchische Parlament zu thun vernachläßigt. Jede solche Gesellschaft kann daher ein dauerndes Comite jenes großen und edleren Parlaments genannt werden, dessen Händen der Theil des Werkes anvertraut ist, von welchem das Glück und Wohl des menschlichen Geschlechts vornehmlich abhängt. Vergleichet die zwei Gegenstände mit einander: die Reformbill, die langsam oder kaum durch das Haus der Gemeinen hindurchgeht, und das große Werk der Predigt des Evangeliums unter dem Volke Israel, an welchem diese Gesellschaft die letzten fünfzig Jahre thätig gewesen ist, und zunächst in Bezug auf den Gegenstand, der in beiden Fällen erstrebt wird. Im Falle der Reformbill ist, wie ich ihren Inhalt und die Ansichten derer verstehe, welche sie unterstützen und als wohlthätig betrachten, ihr Zweck der, den moralischen Character dieses Volkes zu heben und sein politisches Glück und Wohl zu vennehren. Gewiß, das ist ein edler Zweck; denn jetzt ist unser Volk das erste unter den Völkern der Welt. Kein Reich hat sich, wenigstens