Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 9-10 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Staaten Amerikas, die mächtigste Demokratie in der Welt, erholen sich nur schwer von den tiefen Wunden, welche ihnen unter der Fahne der Gleichheit durch das Opfer einer halben Million Menschen von ihren eigenen Brüdern in den furchtbaren Flammen des Bürgerkrieges geschlagen sind. Und noch näher der Heimath, so haben wir gerade in diesem Jahre Grund zu Befürchtungen, und es ist auch einige Möglichkeit vorhanden zur Erweckung von Tumult und Erregung der Gefühle des Volks. Große Fragen sind wieder angeregt worden, welche geeignet sind, die Tiefen des Herzens der Nation aufzuregen. Mögen wir nun auf die Heimath oder nach auswärts Hinsehen, so scheint eS, daß wir uns in einem Zustande befinden, der nicht verschieden ist von dem, auf welchen die Worte der Resolution anspielen: „Bangen und Zagen auf Erden." Beim ersten Blicke mag es scheinen, als ob diese Gesellschaft die Grenzen ihres Gebietes überschreite, wenn sie bei der politischen Anschauung des Werkes, mit dem sie beschäftigt ist, verweilt. Aber ich glaube, daß nach der Vorsehung Gottes in der Erwartung der Dinge, die da kommen sollen, das politische Element mit dem religiösen verbunden werden muß. Religion ist kein einzelnes Ding, das, gleich den Göttern Epikurs, in einer entfernten Erhabenheit besonders wohnt und sich nicht um die Angelegenheiten der Menschen bekümmert. Tie Religion des Evangeliums macht Ansprüche darauf, unter den Völkern, Familien und Individuen jeden Gedanken unter den Gehorsam Christi gefangen zu nehmen. Es giedt in diesen Tagen einige, und überdies noch einige Andere, die den Posten von Staatsmännern einnehmen, welche bekennen, daß sie vor Allem fürchten, was der Einmischung in ihr Amt gleicht sieht — vor Allem, was einem politischen Character gleich sieht, welcher auf die Verwaltung der Geistlichkeit, oder auf diejenigen geprägt ist, welche das geistliche Interesse der Menschbeit pflegen. Aber ich meine, daß sie durch ihre eigene Nachläßigkeit anfangen, geistlichen Männern die Nothwendigkeit aufzulegen, daß diese politische Elemente in ihre Betrachtung geistlicher Wahrheiten des Evangeliums hineinziehen. Es giebt eine Mittelplattform, auf welcher Religion und Politik zusammentreffen müssen: — nämlich wenn die Religion dahin gelangt, ihre Lehren auf die moralische und geistliche Wiedergeburt des Menschengeschlechts anzu-