Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 9-10 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554749-2554755--04585-2560518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
viel. „DerIsraelit" spricht in seinem Artikel: „Amalek" von „2 Briefen des Bischofs Gobat aus Jerusalem," die in „einer Würtembergischen Zeitschrift" — in welcher wohl? — mitgetheilt worden und sagt mit klaren deutlichen Worten, die er obenein noch mit gesperrter Schrift drucken läßt: „er — der Bischof — theilt mit, daß er angelegentlichst namentlich die israelitischen Wittwen und Waisen unterstütze, um sie dadurch dem Religionöwechsel geneigt zu machen." Wir werden erst dann glauben, daß der Bischof so Etwas „mitgetheilt" habe, wenn wir es in einer zuverläßigen Zeitschrift sehen werden, so lange wir dergleichen nur im „Israelit" lesen, halten wir es für falsches Zeugniß, für Verleumdung und Verdächtigung. Das jährliche Rundschreiben des theuren Bischofs, das doch wohl gemeint sein soll, enthält Nichts der Art. Wenn aber wirklich der Bischof die israelitischen Wittwen und Waisen angelegentlichst unterstützt hätte, wer möchte denn etwas Verwerfliches darin finden? Hat nicht Gott der Herr in Seinem heiligen Worte die Wittwen und Waisen der ganz besonderen Sorgfalt und Pflege empfohlen, und klagt Er nicht gerade oft und viel über Vernachläßigung und Unterdrückung derselben? Wir haben in dem Schreiben des Bischofs nur Folgendes gefunden, was „der Israelit," Gift aus der Blume saugend in schmählicher Entstellung zu seinem falschen Zeugniß benutzt hat: „Während ich dies schreibe, bin ich unter Andern von zwei alten jüdischen Wittwen, die mir wohl bekannt sind, um Hilfe angesprochen worden, eine mit vier jungen Kindern, und die andre mit drei, von denen eins erst drei Monate alt ist. Beide Wittwen erzählten dieselbe Thatsache, nämlich, daß die Väter und Mütter dieser Kinder vorige Woche starben und diese armen Waisen in gänzlicher Armuth zurück ließen; und eben jetzt werde ich um Hilfe angegangen für eine arme Wittwe, deren Mann vorige Woche starb und sie ohne alle Mittel mit ihren sechs Kindern hinterließ, und seitdem ist sie von einem siebenten entbunden worden." So schreibt der Bischof. Aus welcher Quelle „der Israelit" seine Mittheilung geschöpft, wird er wohl wissen. Er erwähnt ferner ausdrücklich unter den Gaben, die der Bischof gespendet habe, des „Fleisches." Damit will er wahrscheinlich ein schweres Verbrechen constatiren; denn bekanntlich eisern die rabbinischen Juden gegen den Genuß alles Fleisches, das nicht unter Beob-