Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 9-10 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Mitbürger durchdrungen sein wie wir" u. f. w., so kann er doch unmöglich unter diesen „christlichen Mitbürgern" die Christen insgefammt mit alleiniger Ausnahme „der Missionäre" verstehen. Er spricht selbst von „Misstonskreisen," von großen Summen Geldes, von „Hunderttausenden," die dem Herrn Bischof, dem Vorsteher der Mission in Jerusalem aus England, Deutschland rc. Zuströmen;" ja er sagt, „wenn es dem Bischof Gobat gelungen wäre, 2000 Juden in Jerusalem zu taufen," so „hätte die Mission für ein solches Resultat sicherlich gern Millionen geopfert." Wir ftagen, wer giebt all dieses Geld, diese „Hunderttausende," diese „Millionen," außer den regelmäßigen Summen, die zur Unterhaltung der Mission erfordert werden? Sind das alles „Missionäre," und nur „Missionäre," die Jahr aus Jahr ein soviel aufbringen? In Preußen z. B. wird regelmäßig jeden Sonntag in allen Evangelischen Kirchen um den Segen Gottes für das Werk der Mission unter Juden und Heiden gebetet; in andern Ländern Deutschlands bestehen mehrere bedeutende Missionsgesellschasten; in England geht bekanntlich der Missionsgeist durch das ganze Volk, jede Religionspartei arbeitet ohne Unterlaß an dem Werk der Mission unter Heiden und Juden; in Amerika ist ein eben so reger Misstonseifer. Sind nun alle diese Deutschen, Engländer und Amerikaner, die für das Gedeihen der Mission in Kirchen und in ihren Häusern beten und Geld beisteuern, um Prediger des Eoangeliums in die ganze Welt auszusenden, sind diese Alle solche elende „ Seelenräuber " und „ Seelenhändler," die mit „heuchlerischer Bruderliebe durch alle erdenklichen Mittel" die Juden und auch die Heiden „von ihrem Vater im Himmel abtrünnig zu machen" beflissen sind? Schwerlich wird doch „der Israelit" diejenigen, die solche „Seelenhändler" aussenden, die solche enormen Summen Geldes hergeben um die armen Juden zu „kaufen," von den Missionären trennen können, unmöglich kann er doch die „Auftraggeber" (Seite 156) des Seelenhandels zu den „christlichen Mitbürgern" rechnen, gegen die er „so von Achtung und Liebe durchdrungen ist." Das wäre in der That „heuchlerische Bruderliebe." Wir müssen freilich zugeben, daß, wenn auch ein bedeutender Theil Christen als „Seelenräuber" von der „Achtung und Liebe" der orthodoxen Juden ausgeschlossen wird, doch immer noch viele „christliche