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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 9-10 (1866) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
9-10 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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138 und die Menschen für die Annahme desselben geneigt machen, so kann es doch nicht auch zugleich Wahrheit sein, daß es ihnen „verboten" ist, auf Andere einzuwirken, um diese Veränderung und Gesinnung hervor zu bringen. Wenn aber Israel sich für berufen hält, ein Missionsvolk an die Welt zu fein und sogar behauptet, diesem Berufe im Laufe der Jahrhunderte stets treuund gewissenhaft nachgekommen zu sein, so wird es uns Christen doch auch gestattet sein, uns auf Grund des oben angeführten Befehles unsres Messias und Herrn als mit einer Mission betraut anzusehen. Bei der gepriesenen jüdischen „Tolerenz und Humanität" wird man doch das nicht wehren wollen! Die jüdische Reform hält sich für berufen uns ihre religiöse Idee und ihren krassen Unglauben, der Alles leugnet, einzuprägen, und die Orthodoxen wollen uns außer dem Monotheismus auch mit ihrem Aberglauben bereichern, der Alles glaubt, z. B. auch allen Ernstes, daß ein Drath um eine Stadt gezogen, so gut ist wie eine Mauer. Meint Israel diese seine Mission auszurichten und zu erfüllen, ohne besondere Missionäre auszusenden, so ist das ihre Sache, über die wir nicht weiter mit ihnen rechten wollen; aber uns wird man darum doch nicht vorschreiben können, wie wir uns unsres Auftrages erledigen, unsere Mission erfüllen sollen und wollen; man wird uns also nicht verbieten können Missionäre auszusenden, wenn wir es zur Erreichung unsres Zweckes für gut und nöthig halten. Dagegen eifert und polemistrt nun aber „derIsraelit" so gewaltig. „Die Missionäre" sind ihm ein rechter Dorn im Auge; er betrachtet sie als „Seelenräuber" und „Seelenhändler," „die es sich zum Geschäft machen," die Juden „durch alle erdenklichen Mittel von ihrem Vater im Himmel abtrünnig zu machen" und dergl. mehr. Unser Polemiker giebt sich zwar meist den Schein, als seien ihm nur die wirklichen Missionäre so verhaßt, die als Boten des Evangeliums hingehen zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel; allein damit will er der übrigen Christenheit nur Sand in die Augen streuen. Er beschuldigt die Missionäre „heuchlerischer Bruderliebe," offenbar aber tritt diese Eigenschaft gerade an ihm selbst zu stark in den Vordergrund, als daß sie zu verkennen wäre. Denn wenn er in dem Schlußsätze seiner Polemik sagt: „Niemand kann so von Achtung und Liebe gegen unsre christlichen

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