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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 9-10 (1866) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
9-10 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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ruhig gewähren lassen. Zwar macht die Redaction „des Israeliten" in Nr. 19, nachdem dort die „Mittheilung" eines „in Galacz wohnenden protestantischen Missionärs Martin Czelder" von dem beabsichtigten Uebertritt „Zweier Magyarischen Familien zum Judenthum" erzählt ist, folgende Bemerkung: „Diese von einem protestantischen Missionär erzählte Geschichte beruht sicher nicht auf Wahrheit. Jeder, der mit den religionsgesetzlichen Vorschriften des Judenthums vertraut ist, weiß, daß es uns verboten ist, Bekenner anderer Religionen zur Annahme des Judenthums zu veranlassen, daß es vielmehr streng geboten ist, Proselyten ernstlichst so lange und so oft zurückzuweisen , bis man die festeste Ueberzeugung von der Reinheit ihrer Motive erlangt hat. Herr Czelder scheint diese ersonnene Geschichte nur deshalb in die Welt zu senden, um die eigene Proselytenmacherei zu beschönigen." Demnach weist „der Israelit" die Behauptung zurück, daß das Judenthum darauf ausgehe Proselyten zu machen. Allein wie stimmt denn dies Vorgeben mit Erzählungen, die wenigstens von Zeit zu Zeit in jüdischen Blättern Vorkommen und in denen mit großer Siegesfreude und Jubel berichtet wird, wie hier oder da ein Christ oder eine Christin zum Judenthum übergetreten sei? Erst in Nr. 10 und 11 hat „der Israelit" eine solche Erzählung gebracht von einem gewissen „David Klaffen, der mit seiner unverheiratheten Tochter zum Judenthume übergetreten war." Es will uns aus der ziemlich unsauberen Erzählung nicht gerade einleuchten, daß die ehemalige Christin von sonderlicher „Reinheit ihrer Motive" sollte beseelt gewesen sein, da sie vom Christenthum zum Judenthum, von diesem zum Muhamedanismus, von Letzterem wieder zurück zum Judenthum und endlich, wiewohl sie „von einer jüdischen Frau bewacht und mit religionsgesetzlichen Speisen versorgt wurde," doch wieder zum Muhamedanismus übertrat. Doch wir wollen gar nicht von einzelnen Fällen sprechen; wir fragen aber, wenn es dem Zudem „verboten ist, Bekenner anderer Religionen zur Annahme des Judenthums zu veranlassen," wie kann es denn da der Zweck ihrer Zerstreuung und die Aufgabe der ganzen Nation sein, ihr Judenthum, ihre Lehre unter allen Völkern der Erde auszubreiten? Ist es Wahrheit, daß Gott darum die Juden in alle Welt gesandt hat, daß sie überall die religiöse Idee oder den kahlen Monotheismus ausbreiten,

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