Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 7-8 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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blick in Gefahr, einander von den Maulthieren zu reißen und das Genick zu brechen, und als wir dort ankamen, wmden wir mit etwa 200 Personen von verschiedenem Range, Alter und Geschlechte, mit wirklichen oder vermeintlichen Verbrechen und verschiedenen Fesseln belastet, innerhalb eines Raumes von sechszig Fuß Durchmesser zusammen gewürfelt. Meine Frau ist nicht gefesselt, auch war ste es niemals; aber fie wird als eine Gefangene angesehen. Um das Ganze zusammen zu fassen — Wir sind in Gefahr gewesen des Schwertes, in Gefahr des Klima's, in Gefahr der Pest (die Pocken rafften Taufende von Opfern hin. innerhalb unserer unmittelbaren Nachbarschaft) in Mühseligkeit und Leiden und viel Wachen. Herr Stern und ich in Hunger und Durst, in Frost und Blöße. Wir kamen hierher das Evangelium zu predigen, aber Gott hat uns aus demselben praktische Aufgaben gelehrt. Wir kamen hierher, als Missionare thätig zu sein, aber er machte uns zu leidenden, und wir glauben seiner Verheißung, daß „wenn wir mit Ihm gelitten haben, wir auch mit Ihm herrschen werden." Viele Gefahren, aber auch viel Errettung; viel Prüfungen, aber auch hinreichend Kraft; viel Furcht, aber auch reichliche Hülfe; viel Sorgen, aber auch mächtige Tröstungen von Oben; viel Entbehrungen, aber auch gnädige Abhülfe; ach, und manche angenblickliche Erhörung heißer Gebete. „So du durch's Wasser gehest u. s. w. (Jes. 43, 2). Wir haben in der That das Loos der Gläubigen in einem sehr hohen und außerordentlichen Grade erfahren. Keine Ausschließung von Leiden, aber mächtige Hülfe unter demselben. Kein Ueberfluß, kein Verderben! Wie sollten wir nun für die Zukunft verzweifeln? „Der Zorn des Menschen wird Dich preisen und den übrigen Zorn wirst Du aufhalten." Unser Bundesgott wird uns zu Euch zurückbringen, unsere Vorrechte als Christen in einem christlichen Lande und unsere Freiheit uns wiedergeben, und ob er schon lange verzieht, so will ich doch auf Ihn warten. Bisher haben versöhnliche Briefe und friedliche Maßregeln verfehlt, die gewünschte Wirkung hervorzubringen.