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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 7-8 (1866) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
7-8 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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uns zu besuchen. O mein Gott! was für ein Zusammenkommen mit meiner armen Frau und meinem Kinde war das nach einet zwei monatlichen Trennung unter solch ttaurigen Umständen. Ich übergehe die Befreiung der deutschen Misfionare, die schmerzliche Krankheit und Operation meiner Frau und das gefährliche Fieber meines Kindes, und komme zu Sonntag, dem 28. oder 29. Februar. An diesem Tage fragte der König über Etwas von Ster» in Bezug auf die Bibel, was ich beantwortete, und da. er so belehrt war, gab er sofort den Befehl, meine Fesseln zu lösen. Mir wurde gestattet, mit meiner Frau in einem Zelte zu wohnen, das einige Ellen von den europäischen Gefangenen entfernt war, und wir beide sagen, Gott sei Dank, daß wir seitdem nie wieder gettennt worden stnd. So blieben wir bis zu dem furchtbaren 12. Mai (1864), auf den Herr Stern nur hingedeutet hat. Meine Frau, welche unser Stöhnen und Schreien hörte, stürzte aus dem Zelt auf uns zu und wurde mit dem Kinde auf den Armen (welches damals erst zehn Monate alt war) geschlagen, niedergestoßen, mit Füßen getreten und besinnungslos ins Zelt zurückgeschleppt. Die Zeichen dieser Behandlung waren nach vielen Monaten noch sichtbar. An demselben Abend hatte das Kind einen Rückfall und blieb dann viele, viele Monate kränklich und schwächlich. Als meine Frau wieder zu sich kam, jammerte sie in Todesangst über-meinen und Herrn Sterns vermeintlichen Tod. Endlich wurde ich zu ihr zurückgeführt, zerrissen und mü den entstellten Gesichtszügen eines Wahnsinnigen. Dasselbe Trauerspiel wurde am folgenden Abend mit dreien von uns wiederholt, und das Vergnügen meiner Frau bestand dann darin, unsere lahmen Arme zu Hellen. Ich wurde wieder in Fesseln gelegt und blieb seitdem darin. Dann verbrachten wir die Zeit des unaufhörlichen Regens eines tropischen Winters in einem zerrissenen Zelte, hatten manche getäuschte Hoffnungen, wurden zwei und zwei an einander gefesselt durchs Land geschleppt*) jeden Augen- *) Ihr Transport nach dem Gefängnisse Amba Magdala, Anfangs No« vember 1884.

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