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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 7-8 (1866) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
7-8 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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114 „Wir finden an der Küste Malabars mitten unter den unwissenden Heiden schwarze Juden; oder was vielleicht noch wunderbarer ist, wir finden sogar eine jüdische Niederlassung oder Colonie im Herzen des chinesischen Reiches, welche daselbst seit tausend Jahren bestanden hat in Europa ganz unbekannt, bis sie von den frühern jesuitischen Missionaren und Schriftstellern zur Kenntniß gebracht wurde; dann wurde sie wieder für ein Jahrhundert in Dunkel und Ungewißheit gehüllt, bis sie in neuerer Zeit wieder zur genauen Kenntniß gebracht wurde. Diejenigen unter Euch, welche mit den Missionsarbeiten und den Schriften dieser Gesellschaft bekannt sind, werden sich erinnern, daß sich im Jahre 1849 ein großes Verlangen zeigte, genauere und glaubwürdige Nachrichten über diesen so lange abgesonderten und beinahe unbekannten Rest Israels im Innern Chinas zu erhalten.*) Auf die Bitte Eures Comites und unterstützt aus den Fonds der freigebigen und den Missionen ergebenen Freundin, Miss Cook von Cbeltenham, und versehen mit einer Menge Fragen, welche vonvr. M’Caul niedergeschrieben wurden, verbreitete ich bei meiner Rückkehr nach China unter allen protestantischen Missionaren gedruckte Exemplare dieser Fragen in der Absicht, einige Nachricht über die Juden in Kaefungfoo zu erhalten. So viel wir erfahren konnten, gab es keinen einzigen lebenden Europäer, der Etwas von ihnen gesehen oder auch nur gehört hatte, und die einzige Nachricht, die wirüber diese interessante Niederlassung erlangen konnten, war die, welche wir schon vorher hatten, und die in der von Herrn Finn, unserm Consul in Jerusalem, herausgebenen, ausgezeichneten Geschichte enthalten ist. Im Jahre 1850 sandten wir mit Hülfe Herrn Or. Mcähurst zwei eingeborne chinesische Christen nach Kaefungfoo, der Hauptstadt der Provinz Poonany, die etwa 1000 Meilen (englische oder gegen 230 deutsche) in nordwestlicher Richtung von dem nächsten britischen Konsulat — dem zu Schanghai entfernt ist. Auf einer fünfundzwanzigtägigen Reise hatten sie mehrere Gefahren zu bestehen, da sie über den Yan-tse- Kiang zu setzen hatten, und indem sie von dort weiter nach Nord-West gingen, setzten sie ihre Reise bald in Booten, bald auf Tragsesseln, *) Auch wir haben in diesen Blättern, früher schon Miüheilungen über die Juden in China gemacht.

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