Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 7-8 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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101 wollen, weil ihre Wurzel heilig ist, Und uns, die von dem wilden ölbaume inn den natürlichen ölbaum einpfropffet sein, tregt, und wir nicht diese Wurzel, Und auch diese Wurzel, (ob Gott wil) noch viel gleubige Esst tragen wird, wenn nu die fülle der Heiden Hereinkomen sein. Derhalben denn die Jüden uns umb der Wahl, und der Väter willen vor andern ungleubigen zu lieben sind, ob sie wol nach dem Evangelio feindt sein. Roma. 11." Es wird dann erzählt, daß die Könige und Städte, welche die Juden vertrieben haben und ihnen die erwähnte Duldung nicht gewährten, dies thaten, veil die Juden sich nicht in den ihnen gesetzten und vorgeschriebenen Schranken gehalten, sondern unfern Herrn Christum und seine heilige Religion verachtet und gelästert haben. Dennoch aber sagen die „Gelehrten" weiter also: „Wenn wir aber aus dem allem, denen Oberkeiten antvorten sollen, die Jüden schon unter den ihren haben, und fragen, ob sie die lenzer gedulden mögen, und wo sie die mit recht gedulden mögen, Welcher gestalt und maß sie zu gedulden sein, „Müssen wir inn ansehung Göttlichs Worts alles rechten antvorten, das wir nicht wissen, als unrecht zu erkennen, das solche Oberen, die Jüden unter den ihren auch hinfurt gedulden, doch so fern, das sie die on Verletzung unser heiligen Religion, und auch sonst on schaden und Nachteil der Christen gedulden. „Nu aber ist das Erst, wenn man nach der warheit urteilen sol, gentzlich zu verhüten nicht möglich, denn zum wenigsten das Erempel der Jüden, die nu viel leiden umb ihrer falschen Religion willen, und inn der öffentlichen bekentnis, und Vermeidung unser Religion von der öberkeit geduldet werden, bey vielen ergernis und Verletzung bringet, nemlich bey den einseitigen und auch vorwitzigen leuten. „Aber noch weil sichs aus dem Erempel der Alten Christen, und des so lang erhaltenen brauchs ansehen ließe, als wolt der Herre das Volk aus gemelten Ursachen Roma. 11. Bei uns mehr denn andere ungleubige geduldet haben, so werden doch die Christlichen Oberen schuldig sein, Verletzung unser heiligen Religion, ihrenthalben zuvorkommen und verhüten, so viel immer möglich, und derhalben mit höchstem ernst zu versehen,