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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 5-6 (1866) · page 28

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
5-6 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 28)
Language
German
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92 und Schreibern, während im Innern des Platzes die europäischen Handwerker des Königs, Ihrer britischen Majestät Consul und die Missionare auf Teppichen gelagert in gegenüberliegenden Reihen geordnet waren. Das Grinsen der Einen und die Niedergeschlagenheit der Andern erfüllte mich mit einem gemischten Gefühl von Verachtung und Dankbarkeit. Von den Europäern wagte kaum Einer auf mich hinzusehen, während zehntausende von schwarzen glänzenden Augen meine innerste Seele zu durchbohren suchten. Furchtlos und mir der Reinheit und Lauterkeit meiner Handlungen bewußt, erwartete ich ruhig den Ausgang dieses pompösen Gerichtshofes. Meine Stärke als Christ (und ich sage das nicht, um mich zu rühmen), die immer größer wurde, sowie die Gefahr sich im höhern Grade zeigte, schwand fast, als ich beim Umherblicken Rosenthal etwa hundert Schritt von mir entfernt in Ketten sah. Unbekannt mit den Verbrechen, welche er begangen haben sollte, vergaß ich ganz mein eigenes Elend und gestattete meiner aufgeregten Phantasie, sich mit dem Nachdenken über die Sorge, den Gram und die Pein zu quälen, die ich über Andere gebracht hätte. Der Jammer, die Todesangst und das Entsetzen seiner trostlosen jungen Frau stiegen gleich einem sich empörenden Gespenste vor meiner Seele empor, und machten, daß ich unbewußt die abscheulichen Ketten schüttelte, an denen ich gehalten wurde. Ein heftiger Ruck von dem Kerkermeister machte meinem träumerischen Nachdenken ein Ende. Das Tetha Regest wurde nun verlesen und nach diesem Gesetzbuche wurde über Alle die Todesstrafe ausgesprochen, welche gegen den König redeten, schrieben oder ihn beleidigten. Während so das Urtheil gesprochen wurde, ehe die Anklagen vorgelesen waren, wurden natürlich die Gefangenen aller Vertheidigung und Hoffnung beraubt. Um der Form willen wurden jedoch die Beschuldigungen vorgelesen. Zehn Punkte wurden, wie ich glaube, gegen mich vorgebracht, von denen die furchtbarsten waren: Die Behauptung, daß ein Krieg zwischen dem Könige und einer fremden Macht Intoleranz wegthun und Religionsfreiheit herbeiführen werde — daß der König seit dem Tode des Herrn Bell

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