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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 5-6 (1866) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
5-6 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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90 ungünstige Papiere bei mir hätte. Es war dies gerade vier Wochen nachher (Dienstag, den 10. November 1863) als ich geschlagen und eingekerkert worden war. Da ich von nichts Schlimmen träumte, im Gegentheil von der süßen Hoffnung der Freiheit belebt war, so verbrachte ich den größern Theil des Tages in Unterhaltung mit den Wächtern; da stürmte unerwartet Samuel und eine Anzahl Soldaten in mein Gefängniß, ergriffen Alles, was darin war und brachten es zum Könige. Joseph, mein egyptischer Diener, welcher mein Mitgefangener, obschon nicht in Ketten, gewesen war, wurde ersucht zu folgen. Zwei Stunden folternder Ungewißheit waren vergangen, als Reisetaschen, Kisten u. s. w. wieder zurückgebracht wurden mit Ausnahme jeden Papiers und jeden Buches. Ich fragte den armen Joseph ängstlich nach allen Vorkommnissen; aber er war so aufgeregt und nervös, daß ich aus seinen unzusammenhängenden Redensarten nur soviel entnehmen konnte, daß jedes Papier und jedes Buch Herrn Bardel gegeben wurde, welcher den Examinator machte, und der König dann und wann sagte: Cocab (mein Name darin) ist ein Belhadenja (gescheuter Mann;) dann wieder ein Taungulenza (ein schlauer Mann.) Die strahlende Aussicht auf Freiheit und die Rückkehr in den Schoß meiner Familie sank von dieser Stunde an gleich den sich neigenden Strahlen der Sonne vor dem Blicke meines Geistes und Alles wurde wieder schwarz vor meinen Augen. Muthlos und traurig und fern von aller menschlichen Hülfe warf ich mich nun wie auch während der Dauer aller folgenden Leiden in den Arm der Allmacht und bot furchtlos den schäumenden Wellen Trotz, die mich zu verschlingen drohten. Am Abend wurde ich der Bewachung mehrerer Wächter übergeben und an Händen und Füßen gebunden. Joseph, der zärtlich an mir hing und nicht im Stande war, seiner Bewegung Einhalt zu thun, stöhnte und seufzte, als ob sein Herz zerspringen sollte. Fünfundzwanzig Soldaten und fünf Häuptlinge wurden jetzt zu meiner regelmäßigen Bewachung beordert; aber ungeachtet der Partheien gewesen wären, so würden sie die letzten Personen gewesen sein, die man herbeigerufen hätte.

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