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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 5-6 (1866) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
5-6 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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89 Als sie weggingen, erwähnte ich gegen Herrn Bardel, daß ich Passiere und Tagebücher bei mir hätte, die mich blosstellen könnten, worauf er sogleich antwortete: „Fürchten Sie Nichts, denn sollte Etwas gefunden werden, so werde ich sagen, daß es die Tagebücher des eines Herrn in England sind." Meine Besucher gaben mich und meine Sachen wieder unter die Aufsicht der Wache, und gingen dann fort. Einige Tage später (um den 24 Okt.) langten alle Missionsagenten in Gondar an und besuchten mich auf Geheiß des Königs. Sie alle meinten, wie ich später erfuhr, daß meine Tage gezählt seien, und daß ich unmöglich von den fürchterlichen Wunden genesen könnte. Flad, der in Gondar blieb, erhielt die Erlaubniß, mir Medicin zu geben, und seine gelegentlichen, Hoffnung einflößenden Besuche, sowie die regelmäßige Versorgung mit gesunden Lebensmitteln aus dem Hause des Consuls entfernten gegen die Erwartung meiner Freunde das Fieber und versetzten mich in einen bessern Gesundheitszustand. Die erwartete Ankunft günstiger Briefe von der britischen Regierung, wie die kräftige Bemühungen des Metropolitans und anderer Freunde zerstreuten jeden Zweifel an einer baldigen Befreiung. Auch Capt. Eameron, Ihrer Majestät Consul, erbot sich gütigst, sich offiziell für mich zu verwenden, aber ich entsagte jeder Hülfe, die nicht einen streng versöhnlichen und freundlichen Charakter habe. Am Anfang November schrieb der König an seine europäischen Handwerker in Gaffat, daß er mich lange genug gefoltert hätte, und daß sie, wenn sie es billigten, nach Gondar kommen möchten, uns zu versöhnen.*) Meine Aussichten waren jetzt grade glänzend und hoffnungsvoll, als Sr. Majestät berichtet wurde, daß ich für ihn *) In Bezug auf diese Stelle schreibt vr. Beke, der Abyssinien und seine Sitten wohl kennt und der auch mit König Theodor ns persönlich bekannt ist: daß man es trauriger Weise so verstanden habe, als ob die europäischen Handwerker die Ursache der Tortur gewesen und dieselbe auf ihren Antrieb vollzogen worden sei. Er sagt, daß ein solcher Eindruck ganz allein aus Unkenntniß der Sitten des Landes entsprungen sei, denn man hätte sich nur an Freunde der Partei — das ist in diesem Falle des Herrn Stern's nnd seiner Genossen — wenden können, Vermittler zu werden, nnd wenn die Handwerker Feinde

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