Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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86 Herrn Bardel und Napoleon III. vor einer kleinen europäischen Versammlung erzählt. Der König war außerordentlich unzufrieden mit dem Briefe und der Aufnahme seines Gesandten, und ich weiß, daß Herr Lese an, der französische Consul, uns noch Gesellschaft leisten würde, wenn nicht der Abuna Salanka der Gewalt des Königs Einhalt gethan und für ihn die Erlaubniß erlangt hätte, abzureisen. Herr Lejean und Herr Lagard, ein französischer Arzt, wurden bestimmt aufgefordert, Abyssinien zu verlassen, und die Uebrigen gingen nach ihrer Heimath. Die Krisis, welche sich seit einiger Zeit in der Ferne gezeigt hatte, kam jetzt näher und näher. Alle fühlten, daß Etwas bevorstände; aber selbst die Zaghaftesten fürchteten Nichts als die Wegnahme des Eigenthums und die Vertreibung aus dem Lande. Da mein Werk beendet war, so kaufte ich die nöthige Zahl Thiere und reifte nach der Küste ab. Auf meinem Wege hatte ich Gondar zu paffiren, wo der König noch mit seiner Armee lagerte. Der Metropolitan lud mich nach gewohnter Güte in seine Wohnung ein, ein Anerbieten, das ich dankbar ännahm. Am Donnerstag, (den 8. Okt.) erreichte ich Gondar, und am Sonnabend beabsichtigte ich mein Salaam — Abschiedsgruß — bei Seiner Majestät zu machen. Unglücklicherweise zog der König, ehe ich einen Baldaraba, oder einen Mann, der mich vorstellte, finden konnte, unerwartet gegen einen Rebellen aus. Ich blieb bis Dienstag, den 13. Okt., in Gondar, sagte dem Bischof und andern Freunden ein letztes Lebewohl und verließ, wie ich meinte für immer, die Hauptstadt Abhssiniens. Capt. Cameron und auch der Franzose Bardel begleiteten mich auf meinem Wege ungefähr zwei Stunden weit, drückten mir dann die Hand und schieden. Meine Leute sowohl wie ich selbst waren in der besten Laune, ein Gefühl, das sogar unsere Thiere zu theilen schienen, denn sie schritten mit Leichtigkeit den abschüssigen Pfad und an den schwindlichen Abgründen zu der Ebene von Woggera hinauf. Hier sähe ich zu meinem Erstaunen das weiße Zelt des Königs auf einem Gipfel des Plateaus in den Sonnenstrahlen schimmern. Pflicht sowohl wie Höflichkeit verboten mir weiter zu