Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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83 Wenn Sie nach Massowah schreiben, so'schreiben Sie gütigst meiner Frau in meinem Namen, (ich habe keine Tinte und auch nicht das Herz selbst zu schreiben): „Verzweifle nicht, sondern vertraue auf den Herrn, und zu seiner Zeit werden wir wieder vereinigt werden. Ich habe die Prüfungen eines Märtyrers erduldet, aber auch den Trost eines Märtyrers erfahren. Wenn die britische Regierung weise handelt, so mag es sein, daß wir alle frei werden; aber wenn sie harte und strenge Maßregeln ergreifen sollte, so werden, menschlich gesprochen, die Folgen sehr ernst sein." Sagen Sie ihr auch, daß sie und meine theuern Kinder mir stets im Herzen sind, und daß ich beinahe stündlich Fürbitte für sie einlege am Throne der Gnade. Der Herr sei mit Ihnen und den lieben Ihrigen. Dank für die Liebe, die Sie und die Brüder uns erzeigt haben. Der Herr segne und erhalte Alle. Ihr H. A. Stern. 4. Hr. Prediger H. A. Stern an Hrn. Prediger E. I. Goodhart. Gefängniß Amba Magdala, den 6. April 1865. (Erhalten am 5. Juni 1869.) Mein theurer Herr Goodhart! Weder Sie noch ich hätten je daran gedacht, daß meiner Missionsthätigkeit durch Ketten, Gefängniß und beispiellose Leiden Einhalt gethan werden würde. Aber ein gerechter Gott hat es so gewollt; und obschon die schwache Natur des Menschen von unverdienter Tortur und Gewalt zurückschaudert, so muß sich ein Missionar doch jedem Ereignisse demüthig unterwerfen, da er weiß, daß der Same des Evangeliums überall in großem Umfange von den Thränen, und oft sogar mit dem Blute des Säemanns getränkt worden ist. Daß ich betend wünsche, noch einmal von den schweren Ketten befreit und nützlicher Thätigkeit wiedergegeben zu werden, ist ganz natürlich; und ich glaube, ungeachtet der dunklen Aussicht, in welche die Zukunft gehüllt ist, daß Gott, der mich 6*