Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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' 71 setze und Vorschriften, die in dem zu erobernden Lande Kanaan gehandthabt werden sollen, selbst die über Polizei- und Kriegswesen, hat der König selbst, Gott, dem Volke durch Moses gegeben, Keiner durfte >etwas Hinzuthun oder davon abnehmen, (5. Mos. 4, 2 und 13,1), selbst Priester und Richter mußten nur nach diesen Gesetzen und Vorschriften Recht sprechen und handeln. Ein unsichtbaresKönigthumbestand also schon vor dem sichtbaren, das durch Propheten, Moses, Josua Samuel vermittelt wurde, es war eine Theokratie, aber keine Republik. War das israelitische Königthum von Gottes oder des Volkes Gnaden? Wenn Philippson einmal das israelitische Königthum überhaupt als eine vom Heidenthum in'ö Judenthum übergegangene Institution, die von Moses nur als eine Eventualität zugestanden wurde, bezeichnet, so muß er, um consequent zu bleiben, diese Idee durchführen und auf eine Unwahrheit eine zweite, eclatantere, folgen lassen. Ist eine Handlung heidnischen Ursprungs und von vorn herein Gott mißfällig, so kann derselbe Gott sich nicht an ihr betheiligen. Diese Schwierigkeit fühlte auch der Hr. Rabbiner, aber er hat schon seine gewöhnlichen Mittel bereit, über der Art Schwierigkeiten sich hinwegzusetzen, und diese sind sein krasser Unglaube und Entstellung der Thatsachen, denn auf eine Unwahrheit mehr oder weniger kommt es ihm bei Behandlung klarer Schriststellen nicht an. „ War sie (die Institution des Königthums) einmal angenommen," sagt Philip, in dem besprochenen Artikel, „so mußte die Wahl des israelitischen Königs unter der Einwirkung Gottes geschehend gedacht werden, wie schon 8. Mos. 17, 15 angedeutet wird: „welchen der Ewige dein Gott erwählen wird," und auch im Buche Samuels an der angeführten Stelle." Da sehen wir die Geschicklichkeit des Bibelcommentators; mit dem einen Wörtchen „gedacht" weiß er sich herauszuhelfen, die Wahl des israelitischen Königs, meint er, wurde unter der Einwirkung Gottes gedacht, d. h., es wurde dem Volke so Etwas von einer Einwirkung Gottes vorgeredet, woran es glaubte. Mit diesem Unglauben begnügt sich aber Philip, nicht, er will ja nicht bloß beweisen, daß das Königthum nicht von Gottes Gnaden, sondern auch, daß es von der Gnade des Volkes ausgegangen ist, und daher sagt er weiter: „Sehen wir nun auf die Ge-