Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Worte lauten nach Vers 19 und 20 folgendermaßen: „Und das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuel's zu hören, und sprach: „Nein! Sondern ein König soll über uns sein, daß auch wir seien wie alle die Völker, unser König uns Recht spreche und vor uns herziehe und unsere Kriege führe." Da spricht es das Volk klar und unzweideutig aus, wozu es einen König haben will, nicht bloß, daß er „Recht spreche," sondern hauptsächlich, daß er „vor ihnen herziehe und ihre Kriege führe." Als ob die Einsetzung eines Königs ihnen schon die gewisse Bürgschaft für den Sieg in ihrem Kriege gewährte, als ob es in des Königs Macht stände, ihre Feinde unschädlich zu machen! War es nicht der Herr, der ihnen von jeher geholfen und ihnen eben einen großen Sieg über die Philister verliehen hat? — warum nun kein Vertrauen mehr zu ihm, ihrem bewährten Helfer in der Roth? — warum nun alle Hoffnungen auf einen König, auf einen Menschen setzen? Welcher Undank, welcher Unglaube! Ein Umstand war es besonders, der das Volk zu diesem Schritte bewog. Ein neuer Feind, Nachasch, der König der Ammoniter, trat gegen sie auf und bedrohte sie mit Krieg; kleingläubig, wie immer, wenden sie sich nicht zum Herrn um Hilfe und zum Propheten um Fürbitte, sondern in ihrer Angst bestürmen sie ihn mit der Forderung, einen König ihnen zu geben, der, meinen sie, wird ihnen aus der Noch helfen. Das hält ihnen Samuel in dürren Worten vor, als er sie nach Einsetzung Saul's zum König noch einmal versammelte und seine Abschiedörede hielt. „Da ihr sähet," ruft er ihnen zu, „daß Nachasch, der König der Söhne Ammon, über euch gekommen, sprächet ihr zu mir: „Nicht so! sondern ein König soll über uns herrschen. Und ist doch der Ewige euer Gott euer König." (1. Sam. 12,12.) Da haben wir das Motiv zu dem großartigen Entschlüsse, eine Monarchie zu errichten, das Vertrauen auf die Hilfe des Herrn, des unsichtbaren Gottes, war gewichen, deshalb setzte man Hoffnungen auf etwas Neues, Sichtbares, auf einen König. Und dennoch befiehlt der Herr dem Propheten zum drittenmale (Cap. 8, 22), „auf die Stimme des Volkes zu hören und einen König über sie zu setzen," weil die Sache an und für sich eine erlaubte, ja eine längst verheißene war. Schon der Erzvater Zakob, als er seine Söhne um sein Sterbebett versammelte und ihren Blick auf das Land Kanaan