Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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es Thaten, die sie gethan von dem Tage an, da ich sie herausgeführt aus Egypten, bis auf diesen Tag, sie verließen mich und dienten fremden Göttern, so thun sie. auch dir. Und nun höre auf ihre Stimme u. s. w. Der Herr sucht also in seiner Herablassung den Propheten über den erfahrenen Undank dadurch zu trösten, daß er ihn darauf hinweist, wie das Volk gegen ihn, seinen Retter und Helfer von jeher, weit mehr gesündigt, größern Undank gezeigt hat, als.gegen Samuel, und auch durch seine jetzige Handlungsweise mehr ihn, seinen wahren König verschmäht, als seinen bisherigen treuen Richter und Rathgeber. Zweitens war die Zeit, in der diese Forderung vom Volke gestellt wurde, so schlecht gewählt, und das Motiv, das ihr zu Grunde lag, so unlauter, daß die ganze Handlungsweise von Samuel und dem Herrn gemißbilligt werden mußte. Daß gerade jetzt, wo die Theokratie eben aufs Neue wieder hergestellt wurde und Gott durch die Vermittlung Samuels dem Volke näher trat, nicht der Zeitpunkt war, einen König zu verlangen, ist schon oben angedeutet worden. Und nun das Motiv zu dieser Forderung, wie charakterisirt dieses die alte Widerspenstigkeit, den alten Unglauben des Volkes! Eine an und für sich unschuldige Handlring kann und muß zur Sünde werden sobald das Motiv zu ihrer Vollziehung sündhafter Natur ist. So ist z. B. der Genuß des Fleisches eine erlaubte, unschuldige Sache. „Wenn der Ewige dein Gott," heißt es 5. Mos. 12, 20 „dein Gebiet erweitern wird, wie er dir verheißen, und du sprichst: Ich will Fleisch essen, weil deine Seele Fleisch zu essen begehrt, so magst du Fleisch essen, wie es nur deine Seele begehrt." Aber als das Volk Israel einmal in der Wüste Lust bekam, Fleisch zu essen, und solches von Moses forderte (4. Mos. 11), kam ihm diese Forderung theuer zu stehen, es büßte seine Lust durch ein schreckliches Strafgericht Gottes. Warum? weil das Motiv zu dieser Forderung aus Undank, Widerspenstigkeit und Unglauben hervorging. So auch hier. Nicht die Bestechlichkeit der Söhne Samuel's veranlaßte das Volk, einen König zu verlangen, das war nur ein Vorwand, den die Aeltesten gebrauchten, als sie mit der Forderung vor Samuel traten, das wahre Motiv finden wir in den kategorischen Worten des Volkes selbst, als es ungeachtet der Abmahnung Samuel's dennoch erklärte, seinen Willen durchzusetzen. Diese