Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 er vier Mal (Cap. 17, 6.18,1.19,1. 21, 25.) wiederholt: „Zu der Zeit war kein König in Israel," und zwei Mal hinzufügt: „Ein jeglicher that, was in seinen Augen recht war," was nach dem Zusammenhang nichts Anderes bedeuten kann, als daß, da kein König war, Unordnung, Willkühr und Gewaltthätigkeit im Schwange waren, und daß es besser gewesen wäre, wenn ein König regiert hätte. Es fragt sich aber, warum Samuel, dem doch aus dem Gesetze die Befugniß des Volkes, einen König über sich zu setzen, bekannt gewesen sein mußte, ihr Verlangen nach einem solchen mißbilligte, und auch der Herr dieser Mißbilligung beistimmte? Die Antwort ergiebt sich aus der biblischen Erzählung in 1. Sam. 8 von selbst, wenn man sie unbefangen mit einiger Aufmerksamkeit liest und die bei dieser Begebenheit obwaltenden Umstände in Betracht zieht. Erstens war das Auftreten der Aeltesten Israels mit der Forderung, einen König einzusetzen, eine schwere Versündigung gegen Samuel; seit Josua hatte Israel keinen solchen Propheten, wie Samuel, er lebte ganz fürs Volk und war sein uneigennütziger treuer Richter, er riß es aus der tiefen Versunkenheit heraus und stellte die Theokratie wieder her; durch ihn, durch seine Fürbitte erfocht es einen glänzenden Sieg über die beständigen Feinde, die Philister (1. Sam. 7, 5 — 14.) und eroberte ein ganzes Gebiet zurück, das jene ihm früher abgenommen hatten. War das die Dankbarkeit, die es ihm schuldete, daß es statt seiner einen König wollte? Wohl waren seine beiden Söhne das Gegentheil von ihm, gewinnsüchtige, bestechliche Richter, aber das konnten die Aeltesten des Volkes beim Propheten zur Sprache bringen, ohne ihm durch die For- ■ derung, einen König einzusetzen, sein Richteramt gleichsam zu kündigen und ihn durch solchen Undank zu kränken. Seine Kraft war noch nicht gebrochen, obgleich er alt war, das sehen wir aus seinen spätem Handlungen, die von Thatkraft zeugen. Daß auch der Herr dies Gebühren des Volkes dem Propheten gegenüber als Undank gegen denselben und eine ihm zugefügte Kränkung ansah, zeigt uns die Antwort, die er ihm in Folge seines Gebets ertheilte. Dieselbe lautet nach Vers 7 und 8: „Höre auf die Stimme des Volkes in Allem, was sie zu dir sprechen, denn nicht dich haben sie verschmäht, sondern mich haben sie verschmäht, daß ich nicht über sie regiere. Ganz so wie die 5*