Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 5-6 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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66 (Tract. Sanhedrin Fol. 20 b.) welche in der angeführten Schriststelle die Worte: „So setze einen König über dich" — als Imperativ annimmt, und die vorhergehenden: „Und du sprichst; Ich will über mich einen König setzen" — unberücksichtigt läßt, führt er aus, daß der Prophet Samuel das Verlangen des Volkes nach einem Könige mißbilligte, denn 1. Sam. 8, 4 —7 heißt es: „Und all die Aeltesten Israels versammelten sich und kamen zu Samuel nach Ramah, und sprachen zu ihm: „Siehe, du bist alt und deine Söhne gehen nicht in deinen Wegen: demnach setze uns einen König, der uns Recht spreche, wie all die Völker (haben). Und die Sache war mißfällig in den Augen Samuels, wie sie sprachen: Gieb uns einen König, der uns Recht spreche. Und Samuel betete zum Ewigen. Und der Ewige sprach zu Samuel: höre auf die Stimme des Volkes in Allem, was sie zu dir sprechen; denn nicht dich haben sie verschmähet, sondern mich haben sie verschmähet, daß ich nicht über sie regiere." Bei oberflächlicher Beurtheilung dieser Schriststellen kann es scheinen, daß Philippson's Ansicht richtig sei, bei näherer Erwägung aber wird es sich zeigen, daß die Sache sich anders verhält. Nach 5. Mos. 17 steht es einmal fest, daß der Herr dem Volke Israel nach der Besitzergreifung des Landes Canaan nicht nur einen König einzusetzen erlaubt, sondern sogar seine Betheiligung dabei ihnen verspricht, denn es heißtja: „den der Ewige dein Gott erwählen wird." Daß aber hier die Einsetzung eines Königs mit einer gewissen Bestimmtheit vorausgesetzt wird, zeigen uns die genauen Vorschriften für denselben von Vers 15—20, daß er nämlich Jude sein muß und kein Ausländer, daß er sich nicht viel Pferde anschaffen, nicht viel Weiber nehmen, nicht viel Silber und Gold anhäufen, eine Abschrift des Gesetzes haben und darin alle Tage lesen soll, damit er lerne, Gott zu fürchten und alle Vorschriften des Gesetzes zu beobachten, ja als Lohn für die Beobachtung der Gebote wird ihm nicht nur eine lange Regierung, sondern auch die Erbfolge verheißen, dettn im 20. Verse lesen wir: „auf daß er lange lebe in seinem Königreich, er und seine Söhne in Israels Mitte." Die Erbfolge im Königthum also ist auch schon von Moses angeordnet worden. Und der Schreiber des Buches der Richter, der gewiß ein besserer Gewährsmann ist, als Philippson, war ebenfalls anderer Ansicht als er, wenn