Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554749-2554752--04500-2560430- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
60 Unterschied soll also dieser sein, daß daS neue Testament lehre: „es ist keine Obrigkeit ohne von Gott," das alte aber das Gegentheil: nicht die Obrigkeit, sondern die Volksvertretung sei von Gott, und das noch nicht genug, die Unverschämtheit des Herrn Rabbiners geht so weit, zu sagen, daß, da das mosaische Gesetz durch das Christenthum für seine Bekenner aufgehoben sei, mit diesem auch die Gewalt der Volksvertretung beseitigt und die derObrigkeit eingeführt worden wäre*); denn was anders sollen die Worte: „Aber das mosaische Gesetz ist ja durch das Christenthum für seine Bekenner aufgehoben" — bedeuten? Daß von einer Volksvertretung im Mosaismus nicht die Rede sei und solche nur im Gehirn Philippsons existire, ist bereits gezeigt worden, daß aber auch im Mosaismus der Gehorsam gegen die Obrigkeit, weil sie eben von Gott eingesetzt ist, befohlen und über den Ungehorsam die strengste Strafe verhängt wird, weiß Jeder, der nur einmal die 5 Bücher Mosis gelesen hat und ohne Zweifel auch Herr Philippson, aber es paßt ihm einmal wider besseres Wissen und Gewissen das Gegentheil zu behaupten. Im fiinsten Buche Mos Cap. 17, 8—13 heißt es:**) „Wenn dir eine Sache unbekannt ist für den Rechtsspruch, zwischen Blut und Blut, zwischen Recht und Recht, und zwischen Schaden und Schaden, von den Streitsachen in deinen Thoren, so mache dich auf und gehe nach dem Orte, den der Ewige dein Gott erwählen wird, und begieb dich zu den Priestern, den Lewiim (Leviten) oder (wörtlich „und") zu dem Richter, der in diesen Tagen sein wird, und frage nach, daß sie dir künden den Ausspruch des Rechts; Und du thue gemäß dem Ausspruch, den sie dir künden werden von dem Orte aus, den der Ewige erwählen wird, und beobachte zu thun, ganz so, wie sie dich unterweisen. . Gemäß der Weisung, die sie dir geben, und nach dem Rechtsspruche, den sie dir sagen, sollst du thun; nicht weiche von dem Ausspruche, den sie dir künden, rechts noch links. Der Mann aber, der mit Vermessenheit Handels daß er nicht hört auf den Priester, *) Diese Worte sind der bekannten Stelle Mm. 13, 1 entnommen: Jedermann sei unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat; denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott, wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. **) Nach Zunz' Uebersetzung des Alt. Test.