Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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59 4. Buches Mose näher, und es wird sich bald zeigen , ob hier von einer Volksvertretung die Rede ist. Die Kinder Israels, wird zu Anfang dieses Capitels erzählt, wurden des Mannas überdrüßig, sie weinten und schrieen: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? so daß ihr widerspenstiges Betragen in eine Empörung auszuarten drohte. Moses darüber erzürnt klagt vor dem Herrn, daß er die ganze Last des Volkes auf ihn gelegt hätte, und wünscht sich lieber den Tod, als daß er ferner diese Last allein tragen sollte. Darauf befiehlt ihm der Herr, stebenzig Männer aus den Acltesten in Israel zu sammeln und sie vor die Stiftshütte zu führen, wo er von dem Geiste Mosis entnehmen und auf sie legen wird, damit sie nach dieser Weihe Mosis beistehen und ihm die Last des Volkes mit tragen helfen. Wo ist nun hier, frage ich, irgend eine Spur von Volksvertretung, waren diese Männer vom Volke gewählt? nein, Moses soll sie aus den Aeltesten in Israel, die er kennt, daß sie die Aeltesten und Amtleute in Israel sind, nehmen, ohne irgend eine Wahl von Seiten des Volkes, er theilte nur nach Vers 24 diesen Befehl Gottes demselben mit, und er selbst nahm hje stebenzig Männer und stellte sie rings um die Stiftshütte. Und gesetzt, sie wären gewählt, hatten sie etwa die Bestimmung, über Gesetze zu berathen und abzustimmen? nein, alle Gesetze, selbst Sanitätsvorschriften, wurden von Gott durch Moses Vermittlung dem Volke ertheilt, ohne dessen Zustimmung vorher einzuholen. Oder waren diese stebenzig Männer vielleicht dazu bestimmt, Moses gelegentlich zu interpelliren? Das thaten später andere Männer, die sich dazu für berechtigt hielten, unter welchen vielleicht auch Mancher von diesen war, denn nicht allein Korah, Dathan, Abiram und On, sondern auch 250 Fürsten der Gemeinde waren Interpellanten, aber es bekam ihnen übel. Diese stebenzig Männer also waren nach der biblischen Erzählung ganz einfach ju Gehülfen Mosis und von ihm selbst ernannt, aber keine Volksvertreter. Wenn nun Herr*Philippsohn zu dieser Entdeckung der Kölnischen Zeitung die Bemerkung hinzufügt, „daß ein Jude darauf aufmerksam gemacht haben würde, daß dies eben einer der Unterschiede zwischen dem alten und neuen Testament sei," so könnte dieses nur ein unwissender Jude, oder ein Rabbiner thun, der es gewohnt ist, um tendenziöser Zwecke willen, Schriftstellen zu verdrehen. Der