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Dibre Emeth · 1866-01-01 · 3-4 (1866) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
3-4 (1866)
Date
1866-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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49 vorgegangen sind und wiewohl noch schwach, doch einen guten Schatz von Schriftkenntniß in sich bergen. Besonders gesegnet ist die Wirksamkeit des Rev. Zeller in Nazareth, wo man im Begriff ist, für diese erste evangelische Gemeinde von Eingeborenen ein Bethaus zu erbauen und eines früheren griechischen Priesters zu Nablus, so daß hier die griechischen Priester sich veranlaßt gesehen haben, manchen Aberglauben und manche Ceremonie aufzugeben, um weitere Austritte aus ihrer Kirche zu verhindern. Doch auch diese Arbeit ist nicht ohne schweres Kreuz geblieben. Ihr wißt, welche Hoffnung einst die evangelische Christenheit auf den König Theodorus von Abyssinien setzte, welcher nicht blos die aus der Crischona-Anstalt bei Basel hervorgegangenen Arbeiter gern und dankbar bei steh aufnahm, sondern auch englischen Missionaren die ungehemmteste Wirksamkeit unter den heidnischen Gallas und unter den jüdischen Fellaschahs gestattete. Ein scheinbar geringfügiger Umstand, daß der Missionar Stern in einem veröffentlichten Berichte von der dem Könige unliebsamen Herkunft aus geringem Stande gesprochen, und bei seinem ersten Besuche nach der Rückkehr aus der Heimath in ungewohnter Abendstunde vor Entsetzen über die grausame Behandlung der schlecht dolmetschenden Begleiter sich in den Finger biß, ohne daran zu denken, daß nach abyssinischem Brauche dieses das Symbol der Rache sei, hat hingereicht für jetzt wenigstens dieses so hoffnungsreiche Werk vollständig zu zerstören. Die Missionare Stern und Rosenthal schmachten seit zwei Jahren unter schweren Ketten im finsteren Kerker. Der englische Consul und derMissionar Flad, welche sich für ihn verwenden wollten, wurden ebenfalls eine Zeit lang in Ketten gelegt, selbst die Frauen und Kinder mußten das Loos theilen, und trotz aller Bemühungen der englischen Kirche und Regierung hat wenigstens für Stern nicht eineAenderung herbeigeführt werden können; aber so gewiß als von jeher das Blut der Märtyrer der Saame der Kirche gewesen ist, dürfen wir hoffen, daß auch hier es durch Nacht zum Licht, durch die Enge in die Höhe gehen wird, und daß insbesondere der Missionar Stern, welcher einst inmitten räuberischer Araber in der Wüste, welche darüber beriechen, wie sie ihn tödten sollten, ruhig in den Armen seines Gottes sich zu einem erquickenden Schlafe niederlegte, und grade dadurch die Mörder 4

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