Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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47 bieten Bibelstunden und Gebetsversammlungen noch weitere Gelegenheitzur Erbauung. Die Londoner Juden-Missions-Gesellschaft hat nahe bei der Kirche ein Hospital, eine Knaben- und Mädchen-Schule für Proselyten-Kinder, eine Industrie-Schule für Getaufte und ein Asyl für Bibelforscher aus dem Volke Israel. Ueberhaupt erwecken die zahlreichen, unter Leitung des Bischofs stehenden Schulen — es sind jetzt schon elf mit 300 Kindern — die beste Hoffnung. Die sonst so gesegnete Arbeit der Evangelisation der Araber ist leider durch den in der neuesten Zeit immer mehr hervortretenden Haß der türkischen Regierung gegen den Protestantismus sehr gestört worden. Je weniger der Islam, dessen Gotteshäuser sich durch fast puritanische Einfachheit auszeichnen von den übrigen christlichen Kirchen, deren kirchlicher Pomp jedem Muhamedaner widerlich ist, zu fürchten hat, desto mehr wird er in seiner Eristenz durch die evangelischen Missionen gefährdet. Wiewohl die äußeren Resultate derselben bis vor kurzem noch sehr gering waren, so konnte sich ein Kenner der muhamedanischen Zustände doch schon seit Jahren nicht der Wahrnehmung verschließen, daß sauerteigähnlich gerade das evangelische Christenthum die Massen derart unterminirt, und von der Haltlosigkeit des Islam überzeugt habe, daß man einen zu plötzlichen Ausbruch einer allgemeinen Bewegung fast mehr fürchten als hoffen mußte wegen der Besorgniß, daß die Missionare derselben nicht würden Herr werden können. Schon während meines Aufenthalts in Constantinopel im Jahre 1860 durfte ich Zeuge sein, wie in den Vorhöfen der Moscheen die Bibel öffentlich zum Verkauf auslag und wie in den Marktschiffen das für die Türken herausgegebene evangelische Blatt öffentlich gelesen wurde, und Anlaß zu wichtigen religiösen Gesprächen ward. Vor anderthalb Jahren nun schien solche Bewegung wirklich zum Ausbruch kommen zu wollen, und der Pforte die Augen über die von dem Protestantismus dem Islam drohende Gefahr zu öffnen. Aber sie suchten dieselbe nach alter Art des Islam durch Gewalt zu dämpfen; die Bibel-Läden wurden geschlossen, die Bekenner des Evangeliums in Ketten nach dem Innern Asiens deportirt, den Missionaren die öffentliche Predigt verboten, und in bürgerlicher Beziehung der Druck, der auf allen