Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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45 lingen vergönnt, welche in Folge der entsetzlichen Metzeleien im Libanon, auf Veranlassung der Europäischen Großmächte in den Casematten der Belgrader Festung gefangen gehalten wurden; in Constantinopel durfte ich in dem gastlichen Hause des altehrwürdigen Vaters der türkischen Mission, Schauffler, mit dem, unter dem Namen vr. Williams bekannten Erstling aus dem Islam, Selim Effendi sprechen, der nun auch schon nach langer treuer und gesegneter Verkündigung des Evangeliums unter seinen einstigen Glaubensgenossen heimgegangen ist; und endlich brachte mir die Freundschaft mit dem nun auch schon selig entschlafenen Pfarrer Kullen in Beirut direkten brieflichen Verkehr mit dem heiligen Lande. Leider muß ich meinen Bericht beginnen mit der Klage, daß hier in Breslau für die Arbeiten dieses Vereins gar wenig Teilnahme zu sein scheint. Und doch sollte es nicht also sein. Das Bewußtsein, welchem der vorhin verlesene Psalm einen so lebendigen Ausdruck giebt, daß Jerusalem eines großen Königs Stadt sei, hat in der neuesten Zeit nicht bloß bei den Gläubigen in unsrer evangelischen Kirche immer mehr Boden gefunden, sondern alle christlichenKirchen, sowie die weltlichen Machthaber und die Lenker des Handelsverkehrs haben für dieselbe immer mehr Zeugniß abgelegt, seitdem vor einem Viertel-Jahrhundert unser hochseliger König Friedrich Wilhelm IV. seinen Blick und sein Herz zuerst wieder dem lange vergessenen und verlassenen Zion zuwandte. Während vor zwanzig Jahren kaum je ein Schiff in dem Hafen von Jaffa seine Anker lichtete, senden jetzt vier Dampfschiffs-Gesellschaften mehrmals im Monat ihre Schiffe dorthin; während früher der Verkehr zwischen dieser Stadt und Jerusalem im höchsten Grade beschwerlich und gefährlich war, hat man jetzt Telegraphenlinien gezogen unb schöne bequeme Straßen gebaut, und denkt alles Ernstes an die Anlegung einer Eisenbahn; während früher der Besuch des heiligen Landes das Vorrecht von .wenigen bevorzugten Gelehrten, oder von ganz besonderer Sehnsucht getriebenen Bekennern des Herrn war, werden heut zu Tage aus den verschiedensten Ländern, sogar aus unserer Stadt Gesellschaftsreisen veranstaltet, so daß die Besucher der heiligen Orte, an welchen der Heiland der Christenheit geboren ward, wirkte, litt, starb, auf-