Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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43 nicht dort wieder versammelt werden, wo es das „Kreuzige" rief, um mit versöhntem Herzen und geheiligten Lippen dem Gekreuzigten das „Hosianna, Heil!" zuzujauchzen! — Freilich, erst in der Erfüllung werden wir den vollen Inhalt und den ganzen Umfang der Weissagungen der heiligen Schrift von Israels Zukunft und Jerusalems Herrlichkeit erkennen; aber so viel steht uns doch jetzt schon fest, daß Jerusalem eine große Zukunft hat, und um derselben willen soll's uns im Herzen sein. Bedarfs noch mehr, um es unserm Herzen einzuprägen? So blicken wir in die großen und zahlreichen Gottesverheißungen des Alten Testaments. Der Prophet Joel redet von der letzten und allerletzten Zeit, vom großen und schrecklichen Tage des Herrn, wenn Sonne und Mond verwandelt werden, und spricht von dieser Zeit: Auf dem Berge Zion und zu Jerusalem wird eine Errettung sein. Und Jesaia (51, 6. 9) verkündigt: Der Himmel wird wie ein Rauch vergehen und die Erde wie ein Kleid veralten, und die darauf wohnen, werden dahin sterben. Aber inein Heil bleibet ewiglich. Wohlauf, ziehe Macht an, Du Arm des Herrn, wohlauf, wie vor Zeiten, von Alters her. Also werden die Erlösten des Herrn wiederkehren und gen Zion kommen mit Ruhm, und ewige Freude wird auf ihrem Haupte sein, aber Trauern und Seufzen wird von ihnen fliehen. — Wer zählt die vielen Verheißungen, die alle Hinweisen auf eine noch unerfüllte Zukunft Jerusalems? Genug zu der Mahnung auch von diesem Gesichtspunkte aus: Laßt euch Jerusalem im Herzen sein. Noch Eins bedenkt: Sollten wir, wenn wir hier kein Herz haben für Jerusalem, wohl Theil haben am verklärten Zion, am himmlischen Jerusalem? Es ist unmöglich: denn Beider Band und Mittelpunkt, Grund und Krone ist Jesus Christus, der Gekreuzigte und zur Rechten Gottes Erhöhte. Wer Ihn im Herzen hat und Ihm dient, der muß Jerusalem im Herzen haben und an ihm bauen helfen, daß das geistliche Haus, der Tempel Gottes daselbst entstehe aus lebendigen Steinen. Ist Jemand unter euch, ihr Lieben, in dessen Herz dieser Grund noch nicht gelegt oder wieder zerstört ist durch die Afterweisheit dieser Zeit und die verführerische Lust der Welt, — für den habe ich freilich vergeblich gemahnt und gerufen das Propheten-