Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 3-4 (1866)
- Date
- 1866-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Orte sind entweiht. Der Halbmond des falschen Propheten hat sich über das Kreuz erhoben. Israel, so lange es seinen Hirten nicht erkennt und mit Thränen sucht, hat kein Anrecht an die heilige Stadt. Ein Christusfeindlicher Kaiser — so geht die alte Sage — hat ihm erlaubt, die Stadt zu bauen und den Tempel wieder aufzurichten. Aber Feuer drang aus der Erde und verzehrte die Arbeiter und vertrieb die Bauleute. Gott will's nicht haben, daß ihm die Schattenopfer noch dargebracht werden, nachdem das Wesen und die Wahrheit in Christo erschienen. Er will die Schale nicht hergestellt haben von denen, die des Kernes nicht mögen. Israel ist vertrieben von seiner Stadt, und die Ungläubigen herrschen drinnen. Das ist unfern Vorfahren durchs Herz gegangen. Sie hatten Jerusalem und das Kreuz des Herrn im Herzen und nahmen das Kreuz als Zeichen auf ihr Kleid und zogen Jahrhunderte lang hin nach dem heiligen Lande, um es von den Ungläubigen zu befreien mit Blut und Eisen. — Vergebens strömte ihr Blut, umsonst kämpfte ihr Eisen! — Sollten wir's drum aufgeben? Nein, nimmermehr, wir dürfen's nicht, wir können's nicht, wenn uns Jerusalem im Herzen ist. Es gilt erneuten Kampf! Und siehe, er ist bereits entbrannt, nicht der Kampf des Haffes und des Eisens, sondern der Kampf der Liebe und des Geistes. Das ist ein Kreuzzug, ist ein heil'ger Krieg, der dem Herrn gefällt. Heut vor 24 Jahren zog der erste evangelische Bischof ein in die heilige Stadt. Da begann unsre theure Kirche den Kampf. Ihr habt'ö vorhin vom Berichterstatter gehört, wie sie seitdem gerungen, welche Festungen und Bollwerke des Evangeliums sie angelegt, wie viele Streiter hinausgezogen sind und was sie erstritten. Auch verfälschtes Christenthum hat dort festen Fuß gefaßt mit größerer äußerer Macht und Mitteln. Sollte die evangelische Kirche, die auf Christum und nur auf Ihn und Sein Verdienst sich gründet und allein dem Kreuze die volle Ehre giebt, — sollte sie Zurückbleiben! Sie hat auch dort die Probe abzulegen, daß sie die Kirche der Zukunft ist, die das Gold der lautern Lehre hach das da bleibet, wenn die Schlacken im Läuterungsfeuer vergehen. Jetzt ist sie in Noch mit ihren Anstalten. Heuschrecken, Theuerung, Seuche haben sie schwer bedrängt. Der Jerusalems-Verein in