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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 30

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 30)
Language
German
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30 das orthodore Blatt einen viel entschiedeneren Ton an, und spricht ohne auch nur einmal den Namen Jesu zu nennen, mit sichtlicher Verachtung nur von „dem Bilde dessen, von dem man erzählt, daß ihn die Juden gekreuzigt hätten." So dunkel und unverständlich auch der Satz des „Israelit" ist, wenn er S. 128 sagt: „Die ganze dort — in Napoleons „Vorrede" — erwähnte Thatsache ist, insoweit sie sich auf die Juden bezieht, eine solche, deren historische Wahrheit wir bestreiten:" sosoll doch wohl mit diesen Worten behauptet werden, daß die Juden keinen Antheil an der Kreuzigung Jesu Christi hatten. Diese Behauptung haben wir bereits im Obigen gewürdigt. Hier wollen wir nur bemerken, daß uns durch diese Kritik die Orthodoxie und Ehrlichkeit des „Israelit" sehr fraglich und verdächtig wird. Der Talmud i nimmt unsers Wissens zu dieser „ganzen Thatsache" einen ganz andern Standpunkt ein und urtheilt ganz anders; und von dem Talmud will doch „der Israelit" um kein Jota abweichen. In Tractat Sanhedrin 43,& befindet sich folgende Stelle: „Wurde Etwas zu seiner — des Angeklagten — Verteidigung aufgefunden, so wurde er freigesprochen, wo nicht, so wurde er hinausgeführt, um gesteinigt zu werden, wo dann eine Proclamation vor ihm erging: Dieser Mensch ist im Begriff gesteinigt zu werden, wer ihn zu rechtfertigen weiß, der komme und thue es." „Am Tage vor Ostern haben sie Jesu erhängt und wurde vor ihm eine Proclamation erlassen vierzig Tage hindurch: Er sei im Begriffe hingerichtet zu werden, weil er Zauberei getrieben, verführt und verleitet hat Israel, wer ihn zu rechtfertigen weiß, der komme und rechtfertige ihn. Da sich aber keiner fand, so erhängten sie ihn am Osterabend. Darauf erwiderte Ule: Sollte denn Jesus überhaupt vertheidigungsfähig gewesen sein? — Er war ja ein Verführer, von dem die Schrift sagt (5. Mos. 13, 8): „Dein Auge soll seiner nicht schonen und selbst Dich seiner nicht erbarmen" u. s. w. Auch in verschiedenen andern alten rabbinischen Schriften wird dasselbe bezeugt, daß die Juden Jesum getödtet oder zum Tode verurtheilt haben. So heißt es z. B. in dem Buche Nizzachon p. 239: „Wisset, daß er — nämlich Jesus — ein Zauberer gewesen und alle seine Wunderwerke durch Zauberei gethan habe; deswegen ist er, wie recht und billig ist, und Gott uns be-

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