Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2554541-2554749-2554751--04467-2560396- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
38 stimmt, erwähnt mit kurzen Worten der Geschichte des Purimfestes. Den Juden sei es sehr gut gegangen, sie gelangten zu hohen königlichen Aemtern, saßen an der königlichen Tafel, aber ein geringer Anlaß genügte, ste ins tiefste Elend zu stürzen. Dann gedenkt der Verfasser der spanischen Verfolgung der Juden: „Die Juden", sagt er Nr. 128, „waren hochgeachtet im Lande; sie glänzten durch Cultur und Wissenschaft, thaten sich hervor in den Künsten; Viele von ihnen waren sehr reich, zählten zu den adeligen Geschlechtern des Landes, saßen im Rathe der Könige. Während Don Jizchak Abarbanel Minister König Ferdinands ist, tritt Cardinal Rmenes mit dem Bilde dessen, von dem man erzählt, daß ihn die Juden gekreuziget hätten, vor das spanische Herrscherpaar — und unsägliches Elend: Verbannung, Feuertod, Wassertod, Krankheit, Armuth, Hunger wird das Geschick der Söhne Jakobs." Nun kommt „der Israelit" auf Frankreich und da kann er nicht genug loben und rühmen, in welcher Herrlichkeit sich die Juden dort befinden. Aber das verhängnißvolle Wort Napoleons in seiner Vorrede zu Julius Cäsar erfüllt den Verfasser des Leitartikels mit Grauen und Grausen; er schreibt: „Unsere Glaubens- und Namensgenossen haben es gut dort. Die großen Ideen von 89 sind dort in Fleisch und Blut übergegangen. Unsere Brüder sitzen im Rathe des Herrschers, haben gewichtige Stellen in der Armee, in der Marine, in der Verwaltung, in der Justiz, im Baufach; sie sitzen im Parlament, sie lehren an der Universität und herrschen an der Börse. Auf dem Throne Frankreichs sitzt ein erleuchteter Monarch: ein weiser Regent und Gesetzgeber, ein Kriegsheld, ein genialer Erfinder, endlich ein Gelehrter, ein philosophischer Geschichtsforscher und Geschichtsschreiber. In diesen Tagen soll sein bedeutendes Werk die Presse verlassen; die ganze Welt steht demselben mit Spannung entgegen; die Pariser Zeitungen veröffentlichen die Vorrede, und der electrischeFunke trägt sie sofort nach allen civilisirten Ländern der Erde; doch die erste Mittheilung, die wir erhalten, ist nur dazu angethan, uns höchst schmerzlich zu berühren. „Die Vorrede des kaiserlichen Geschichtswerkes erwähnt der Juden in höchst betrübender Weise. Freilich nicht der Juden der Ge-