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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 27

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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weiß andere zu erwecken. Der Apostel Paulus liegt in Ketten imGefängniß, aber er kann zeugen: Gottes Wort ist nicht gebunden. So wenig Jemand den Lauf und Schein der Sonne hemmen und aufhalten, oder in gewisse Grenzen einschließen kann, so wenig läßt sich die Wahrheit des göttlichen Wortes Schranken anlegen. — Wenn sich Herr Cremieur von „dem Lichte der Philosophie" versprochen hat, es habe jene Anklage „endlich unter den aufgeklärten Nationen erstickt," so sieht er, wie gewaltig er sich geirrt hat. „Das Licht" hat ja gar keine „erstickende," sondern vielmehr belebende Kraft; „das Licht" wird und kann daher auch die Wahrheit niemals „ersticken;" sondern es wird dieselbe nur je länger desto mehr zu Tage fördern. Wir wiederholen aber, daß wir hiermit keinesweges irgend einer feindseligen und gehässigen Gesinnung gegen die Juden das Wort reden. So laut und kräftig die Apostel und ersten Christen den Juden „diese schreckliche, schmerzliche Anklage" ins Gewissen schoben und ohne Unterlaß immer wieder „belebten," so wenig dachten sie doch daran, die Juden um deswillen zu Haffen. Ihr Herz war vielmehr voll Liebe gegen sie und sie konnten daher noch Entschuldigungsgründe für sie finden. Dem Beispiel ihres Herrn und Heilandes folgend, der am Kreuze für seine Mörder betete: „Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!" — bezeugte Petrus: „den Fürsten des Lebens habt ihr getödtet. Nun ich weiß, daß ihr es durch Unwissenheit gethan habt, wie auch eure Obersten." Apostg. 3,15.17 —; und ein Paulus versichert sie seiner innigsten Liebe, wenn er Röm. 9,3 sagt: „Ich habe gewünscht, verbannet zu sein von Christo für meine Brüder." Die schreckliche und schmerzliche Anklage ist entweder eine wahre oder eine falsche Beschuldigung; ist das Letztere, so werde die Unwahrheit dargethan und in Helles Licht gestellt; ist andererseits die Anklage gerecht, so kann und wird kein philippsonscher Zweifel dieselbe entkräften, keine Philosophie und Aufklärung Cremieur's sie ersticken. Auch die jüdische Orthodoxie in Deutschland hat in ihrem „Central-Organ" ihre Kritik über Napoleons Vorwort abgegeben. Der in Mainz erscheinende „Israelit" nämlich bringt in Nr. 10 als Leitartikel: „Das Leben Cäsars." Dieser Artikel „zum Purimfeste" be-

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