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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 26)
Language
German
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SS kann doch auch nicht sagen und sagt auch nicht, daß die Anklage ungerecht, unbegründet sei, weil das Factum unwahr oder auch nur einem Zweifel unterworfen sei, wie die Kritik der deutschen Reform vorgiebt; Herr Cremieur bedauert nur, daß die „schmerzliche Anklage wieder belebt" werde. Jndeß hier befindet sich Herr Cremieur offenbar in einem Jrrthum und in großer Selbsttäuschung; denn diese Anklage ist im Laufe der Jahrhunderte noch nie verstummt, sie kann und wird auch nie verstummen, bis Israel selbst sie reumüthig und bußfertig aussprechen wird, wie der Prophet Sach. 12, 10 dies schon verkündigt hat, wenn er sagt: „Ueber das Haus Davids und die Bürger zu Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets; denn sie werden mich ansehen, welchen jene zerstochen haben, und werden ihn klagen, wie man klaget ein einiges Kind; und werden sich um ihn betrüben, wie man sich betrübet um ein erstes Kind." Würden die Juden dies Letztere thun, würden sie ihre Schuld erkennen und sich selbst anklagen, so würde ihnen von Andern die Anklage gar nicht mehr vorgehalten werden dürfen, sondern cs könnte ihnen vielmehr der Trost und Balsam der Vergebung entgegengebracht werden, den die Propheten und Apostel so reichlich für alle betrübten und bußfertigen Sünder verkündigen. Aber freilich, so lange die Juden jene Anklage als die größte Beleidigung und Kränkung ansehen, als ob sie auf die ungerechteste Weise einer solchen That bezüchtigt würden: so lange wird die Beschuldigung von außen immer wiederholt werden. Der Herr hat verschiedene Boten und Diener, durch die, und gar mancherlei Mittel und Wege, wie er zu uns redet. Es heißt Ps.8,3: „Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet;" und „Wo diese werden schweigen, so werden die Steine schreien," sagt Jesus Christus Luc. 19, 14. Vergl. Hebr. 2,11. Nicht bloß der „Priester in einer Kirche," auch der Kaiser Napoleon kann und muß dem Könige aller Könige und dem Herrn aller Herren dienen und eine Weckstimme ergehen lassen. Denn „die Religion" kann nie und nimmer in „das Gewissen und den 'Tempel eingeschlossen werden. Des Propheten Jeremias Reden werden zerrissen, verbrannt, aber auch von Neuem und noch dazu vermehrt, geschrieben. Mancher Prophet wird getödtet, aber der Herr

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