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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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28 von einem „Messias" und nicht von einer bloßen Messiasidee, obgleich man nicht klar sieht, was er für einen Messias meint, da er sagt: „Die jüdische Religion," aber nicht das jüdische Volk, „erwartet ihren Messias." Diese Dinge aber: Messias, „Religion," „Cultus," meint Cremieur, wenn wir anders die Worte recht verstehen, gehören nur in die stille Verborgenheit, „in die Gewissen" allenfalls können sie „in dem Tempel" zur Sprache kommen; sonst aber, so scheint es uns nach Hrn. Cremieur's Worten, soll man nirgends davon Etwas hören oder reden. — Er nennt den napoleon'schen Ausspruch: Die Juden haben ihren Messias gekreuzigt, „ein gefährliches Wort, eine schreckliche, schmerzliche Anklage." Allerdings hat der Unverstand sogenannter Christen in verschiedenen Zeiten diese Thatsache so verstanden und gedeutet, daß man die Juden verfolgen und tödten müsse, und hat wohl von Seiten der Christen eben so gemeint, man thue Gott einen Dienst daran, wie man zu Anfang der christlichen Zeit von Seiten der Juden meinte, ein Gott wohlgefälliges Werk zu thun, wenn man die Apostel und ersten Christen verfolgte und tödtete. Allein wie der Mißbrauch nie den Gebrauch aufhebt, so kann auch der Mißverstand das rechte Verständniß nicht aufheben und bei letzterem werden die Christen wohl zu Mitleid und Bedauern, aber nie zu Härte, Grausamkeit und Verfolgung gegen die Juden veranlaßt werden. — Wir müssen freilich auch sagen, daß jener Ausspruch „ein gefährliches Wort" ist, aber in einem andern Sinne. Es hat diese Anklage schon manches Herz tief und schwer verwundet. Schon das Neue Testament weiß viele Fälle aufzuzählen, wo dies Wort wie Spieße und Nägel in die Herzen eindrang und wo es von den Hörern heißt: „Da sie das hörten, ging es ihnen durchs Herz. Manche knirschten vor Wuth und Ingrimm mit den Zähnen, Andere wurden heilsamlich durch dieses „so gefährliche Wort" verwundet, daß sie bekümmert fragten: „Was sollen wir thun, daß wir selig werden?" Dieselbe Kraft ist bis auf diesen Tag in diesem Worte enthalten; es trifft und verwundet tief und scharf entweder zum Leben oder zum Tode. Wie gewaltig es eindringt, beweisen schon die Proteste und Kritiken der Juden gegen dasselbe. — Auch kann Niemand leugnen, daß dies Wort eine „schreckliche, schmerzliche Anklage" ist; aber Hr. Cremieur

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