Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 bei dem großen Werke der Civilisation und des unermeßlichen Fortschrittes; „mit welcher Zärtlichkeit," sagte er, „werden wir ihnen entgegenkommen" u. s. w. „Israelit" Nr. 26. 1864. — Dieser Herr Cremieur hat, wie die „Allg. Ztg. des Judenth." in Nr. 12 S. 178. 1865 berichtet, folgende Zuschrift an die „Ostinde nationale“ gerichtet: „Die jüdische Religion, die in den Ländern, in welchen ihre Anhänger bürgerliche und politische Rechte genießen, als gleichberechtigt mit den andern Religionen gilt, erwartet ihren Messias. Die katholische Religion freilich will, daß dieser von den Juden verkannte Messias von ihnen gekreuzigt worden ist. Aber vom katholischen Standpunkt die Vorrede zu „„Julius Cäsar"" schreiben! Einen religiösen Anspruch als ein historisches Ariom hinzustellen! Wie weit sind wir von jenem breiten Gedanken Napoleon's I. entfernt, der die jüdische Religion durch die Zusammenberusung des großen Sanhedrins und durch die Organisation des israelitischen Cultus sicher stellte. Wir leben in einer Zeit, in einem Lande, in welchem die Religion und der Cultus sich in die Gewissen einschließen und in dem Tempel bewegen muß. Möge ein Priester in einer Kirche von der Kanzel herab die Ankunft des Messias und die Verblendung der Juden behaupten, so begreife ich diesen Ausdruck des kacholischen Glaubens, den der Rabbiner in der Synagoge, von einer andern Kanzel herab bekämpfen wird. Aber wenn das Oberhaupt eines gewaltigen Reiches auf eine Geschichtsseite ein so gefährliches Wort hinwirft, wenn er in einem Buche, das man in alle Sprachen übersetzen wird, der ganzen Welt aufs Neue, besonders aber Frankreich, in welchem er die höchste Gewalt in seinen Händen concentrirt, die Juden der Verblendung, ihren Messias gekreuzigt zu haben, berüchtigt, wenn er diese schreckliche, schmerzliche Anklage wieder belebt, welche, nachdem Ströme jüdischen Blutes vergossen worden sind, das Licht der Philosophie endlich unter den aufgeklärten Nationen erstickt zu haben schien, so ist das eine sehr unglückliche Inspiration." Dies ist also die Kritik eines jüdischen Reformers in Frankreich. Man hört aber, daß die beiden Herren Kritiker in mancher Beziehung von verschiedener Gesinnung sind; wenigstens sprichtHr. Cremieux noch