Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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23 stets als höchste Sünde angerechnet, und hatte zu aller Zeit für ste nach innen und außen die schädlichste Folge gehabt." Warum will man denn hier auch nicht die Geschichte ansehen und das Urtheil kennen lernen, das Gott durch dieselbe gefällt hat Und noch immerdar fällt? Was jener Gamaliel dem hohen Rath in Jemsalem, als man über das gegen die Apostel einzuhaltende Verfahren berieth, zur Beachtung empfahl: „Laßt ab von diesen Menschen und laßt sie fahren. Ist der Rath oder das Werk aus den Menschen, so wird es untergehen; ist es aber aus Gott, so könnet ihr es nicht dämpfen, auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die wider Gott streiten wollen." Apost. 5, 38. 39 sollte und könnte noch heute auch den weisen Kritikern zur Lehre dienen. Welche „Folgen nach innen und außen" sind für die Juden seit der Kreuzigung Jesu Christi eingetreten? Bei der oben erwähnten Sachlage der achtzehnhundertjährigen Geschichte ist eine solche Kritik der „Ztg. des Judenth." weiter nichts als eine Schmähung und Anklage gegen Gott, der die Juden in ihrer beständigen, treuen Erfüllung ihrer Mission ungerechter Weise so hart und grausam straft. Die jüdische Reform in Deutschland weiß also der für so ungerecht verschrieenen Beschuldigung Napoleons, daß die Juden ihren Messias gekreuzigt haben, weiter Nichts entgegen zu halten, als den armseligen „Zweifel" über den Vorgang selbst und die nichtssagende, willkürliche und verkehrte Behauptung, mit der Wahrheit jener Beschuldigung werde die christliche Lehre von der Erlösung verleugnet und vernichtet. In Frankreich ist von Seiten der Juden auch ein Protest gegen den erwähnten Ausspruch Napoleons erschienen. Herr Cremieur nämlich, der Präsident der „israelitischen Alliance," der, wie „der Israelit" vor einiger Zeit erwähnte, das Gebot vom Sabbath aus den Zehn Geboten wegläßt, und deffen ganze Religion in den drei Worten besteht: „Nationalität, Abschaffung der Sclaverei und Einheit Gottes;" der eine Union aller Confessionen anstrebt und allen Bekennern aller Bekenntnisse seine offenen Arme entgegenstreckt und ihnen zuruft: Kommt zu uns, unterstützet uns