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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 20

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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so der Versöhnung oder „der Erlösung der Menschheit" wird also keineswegs durch Napoleons Wort und Anklage, daß die Juden ihren Messias gekreuzigt, angefochten, umgestoßen oder vernichtet. Beide Wahrheiten, die von der Juden Schuld und die von der Erlösung durch den Tod Jesu Christi haben neben einander bestanden, sind neben einander gelehrt worden schon lange vor Napoleon, auch schon lange vor der „Mg. Ztg." des Judenthums, von der Zeit der Apostel Jesu Christi an, also seit mehr als 1800 Jähren. Keine hebt die andere auf oder vernichtet die andere. Es will uns aber bedünken, unser Kritiker habe einen Hintergedanken im Sinne, den er aber nicht ausspricht; nämlich den, daß, wenn die Juden Jesum getödtet haben, sein Tod kein freiwilliger gewesen sei, und daher auch keine Erlösung und Versöhnung bewirken könne. Allein auch auf diesem Wege würde das erwünschte Ziel noch . nicht erreicht. Einmal sehen wir an dem erwähnten Beispiel Josephs, der doch keineswegs freiwillig in die Sklaverei ging, daß dennoch das Heil für seine Familie aus seiner Führung hervorging. Dann aber, und das ist die Hauptsache, wird die Freiwilligkeit des Todes Jesu noch gar nicht aufgehoben durch den Umstand, daß ihn die Juden tödteten. Derselbe Jesus, der Blinde sehend, Taube hörend, Sprachlose redend, Aussätzige rein, Todte lebendig machte, der das Toben des Meeres mit einemWorte zu stillen vermochte, der durch sein Wort: „Ich bin's" — die Schaar zu Boden streckte, die gekommen war, ihn gefangen zu nehmen, der hätte wahrlich auch sich denselben Feinden entziehen oder andere Mittel anwenden können, um ihre Pläne zu Nichte zu machen, wenn er gewollt hätte, wie er cs ja auch bei frühem Gelegenheiten schon gethan hatte. Daß er es aber da nicht mehr that, als seine Stunde gekommen war, um sein Leben hinzugeben, zeigt eben die Wahrheit des Wortes, das dieser Jesus schon früher gesprochen hatte: „Niemand nimmt mein Leben von mir, sondern ich lasse es von mir selber. Ich habe es Macht zu lassen, und habe es Macht wieder zu nehmen." Joh. 10, 18. Er sagte es seinen Jüngern auf dem Wege nach Jerusalem voraus: „Sehet, wir gehen hinauf gen Jerusalem und es wird Alles vollendet werden, das geschrieben ist durch die Propheten von des Menschen Sohn. Denn er wird über-

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