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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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18 über Babel gedrohten und verhängten Strafen hat der Herr seine Kritik kund gethan über das Thun Babels, wie wird die Judenztg. kritistren? — Oder wird wohl das genannte Blatt in der Geschichte der Kinder Jakobs dieselbe Kritik üben, wie in der Kreuzigungsgeschichte Jesu Christi? Wir möchten es stark bezweifeln. Die Söhne Jakobs warfen ihren Bruder Joseph in die Grube, zogen ihn dann zwar aus derselben wieder heraus, aber nur um ihn als Sclaven an ismaelitische Kaufleute zu verkaufen. Zu dieser gottlosen und grausamen That fügen sie noch die Sünde hinzu, ihren alten Vater zu belügen und zu täuschen, indem sie ihm Josephs bunten Rock zuschicken, nachdem sie denselben zuvor in Blut getunkt haben, damit der Vater meinen soll, ein böses Thier habe ihn zerrissen. Aber gerade dieser Bruder-Verkauf wurde in der Hand und Leitung Gottes der Weg zur Erhaltung Jakobs und seiner ganzen Familie. Nach der Kritik der Judenztg. haben auch die Brüder Josephs „den Fortschritt nicht verzögert, sondern diesem den höchsten Dienst geleistet" und sich selbst und der ganzen Familie Jakobs „haben sie das Heil in unbegrenzter Weise gefördert;" es könnte und dürfte daher auch diese That den Brüdern Josephs „am wenigsten zu Last fallen." Aber die heil. Schrift selbst übt eine ganz andere Kritik über diese That und nirgends wird dieselbe entschuldigt, gut geheißen oder gar zu einer verdienstlichen Handlung erhoben. Zunächst urtheilen Josephs Brüder selbst ganz anders über ihr Verhalten; denn als sie in Egypten von Joseph, den sie noch nicht erkannten, bei dem Getreidekauf so streng behandelt wurden, legten sie das reumüthige Bekenntniß ihrer großen Schuld unter einander ab: „Das haben wir an unserm Bruder verschuldet, daß wir sahen die Angst seiner Seele, da er uns flehete, und wir wollten ihn nicht erhören;darumkommtnun diese Trübsal über uns. Rüben antwortete ihnen und sprach: Sagte ichs euch nicht, da ich sprach: versündiget euch nicht an dem Knaben, und ihr wolltet nicht hören? Nun wird sein Blut gefordert." 1. Mos. 42, 21. 22. Ebenso Kap. 44,16: „Gott hat die Missethat deiner Knechte gefunden." Dasselbe Bewußtsein ihrer schweren Schuld machte es wohl auch, daß, als Joseph sich ihnen zu erkennen gab, sie vor Schrecken nicht sprechen konnten 45, 3

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