Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 22 (1866)
- Issue
- 1-2 (1856)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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17 „die Juden zu Verbrechern stempeln will, vernichtet er dje höchste Lehre der christlichen Welt selbst." So die Kritik in der Judenzeitung. Wäre diese Kritik haltbar und gegründet, so wäre damit nicht etwa ein Ausspruch Napoleons umgestoßen, was nicht viel zu sagen Hätte; sondern „die höchste Lehre" des Chriftenthums wäre „vernichtet." Man weiß in der That nicht, ob man eine solche Kritik als aus Bornirtheit hervorgegangen, oder als bloßen Hohn ansehen soll. Statt aller andern Widerlegung wollen wir nur, um die Nichtigkeit einer solchen Kritik darzuthun, auf ein oder zwei Beispiele im alten Testament verweisen. Als der Herr über sein Volk Israel zornig war, wie er Jes. 47, 6 sagt, übergab er dasselbe in die Hand Babels, dessen König Nebucadnezar der Herr Jer. 27, 6 seinen „Knecht" nennt. Der Prophet ermahnt daher den König des Reiches Judä sammt seinem Volke: „Ergebet euren Hals unter das Joch des Königs zu Babel und dienet ihm und seinem Volk, so sollt ihr lebendig bleiben," u. s. w. Da aber das Volk Juda die Stimme des Herrn verachtete und nun Nebucadnezar, der König zu Babel, Jerusalem einnahm und das Volk in die babylonische Gefangenschaft führte: vollzog er das, was der Herr über sein Volk Israel geredet. Nach der Kritik der Judenztg. dürste nun dem Könige zu Babel auch keine Schuld aufgebürdet werden, sondern man müßte sagen, Nebucadnezar hat dem Fortschritte den wesentlichsten Dienst geleistet. Aber weder Gott der Herr, noch ein Prophet, noch das Volk Israel wissen Etwas von dankbarer Anerkennung irgend eines Verdienstes, das sich Nebucadnezar mit seinem Volke durch die über Israel verhängten Strafen erworben habe. Der Herr selbst droht vielmehr Jer. 50 und 51, Jes. 13,14. 47 diesem Babel die furchtbarste Vergeltung für das, was er an Israel verübt. Und es ist gewiß einer der allerschauerlichsten Aussprüche der ganzen heil. Schrift, wenn Israel Ps. 137, 8. 9 ausrust: „Du verstörte Tochter Babel, wohl dem, der dir vergilt, wie du uns gechan hast. Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und zerschmettert sie an den Stein." Babel dachte in Vollziehung des Willens des Herm nur an sich, aber an keine Barmherzigkeit gegen Israel Jes. 47, 6 und so behandelt der Herr dieses Babel nur wie eine Ruthe, mit der er sein Volk gezüchtigt, Er zerbrach sie. Jes. 14,5. In den 2