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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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16 Fall Davids nebst Nathans Büßpredigt erzählt. Nach Kap. 12, 9 pricht Nathan zu David: „Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, daß du solches Uebel vor seinen Augen thätest? Uriam, den Hethiter, -hast du erschlagen mit dem Schwert; sein Weib hast du dir zum Weibe genommen, ihn aber hast du erwürget mit dem Schwert der Kinder Ammon." Wenn man aber die im vorhergehenden Kapitel erzählte Begebenheit liest, wird Jedermann finden, daß David den Urias mit keinem Finger angerührt hat. Wird nun unser Kritiker auch sagen, man könne und werde es ihm doch nicht verübeln, wenn er seinen „Zweifel" an dem Vorgänge ausspreche? Oder wenn I.Kön. 21 erzählt wird, daß Elias, nachdem Jsebel den Naboth hatte tödten lassen, zu Ahab gehen und ihm sagen mußte: „Du hast todtgeschlagen, dazu auch eingenommen" — was wird unser Kritiker mit dieser Stelle machen. Ahab hat Nabolh nicht getödtet, auch Jsebel hat es nicht Methan und doch heißt das Wort des Herrn an Ahab: „Du hast todt geschlagen." Doch wozu noch Beispiele ansühren? Keine Sophisterei der Judenztg. wird die traurige Thatsache entkräften oder wegkritisiren, daß die Juden Jesum, ihren Messias, getödtet haben. Jndeß die Kritik wird schärfer. Der Kritiker „nimmt einen Augenblick an, baß die Juden Jesus gekreuzigt." Aber das Resultat, das sich dann aus der Kritik ergiebt, ist für uns Christen und unser ganzes Christenthum viel verderblicher, als wenn es sich bloß um einen bescheidenen „Zweifel" handelte. Der Kritiker argumentirt nämlich, wie seine oben mitgetheilten Worte klar besagen, also: „Gemäß der christlichen Lehre" hätten ja doch „die Juden" mit der Tödtung des Messias „der Welt den größten Dienst gethan;" da ja „Jesus durch diesen Tod die Sünden der Welt auf sich genommen, die Erlösung der Menschheit bewirkt." Somit „hätten die Juden dem Fortschritt den höchsten Dienst geleistet" und für „die Mcnschenwelt das Heil in unbegrenzter Weise gefördert." Statt daß man also den Juden die Kreuzigung Jesu als eine schwere „Schuld" aufbürden könne, müsse man vielmehr in „dieser That" ihr großes Verdienst anerkennen, weil so „Jesus erst zum Messias" geworden sei. „Indem also" Napoleon

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