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Dibre Emeth · 1856-01-01 · 1-2 (1856) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
22 (1866)
Issue
1-2 (1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 14)
Language
German
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14 gehabt haben. Denn hätte er schon damals den geringsten „Zweifel" auf Grund seiner Erforschung der „geschichtlichen Quellen" aussprechen, oder hätte er sagen können, jenes Factum sei in „keiner einzigen" berichtet, er hätte es gerne gethan. Die biblische und die allgemeine Geschichte berichtet so manches Beispiel jüdischer Verfolgung und Verurtheilung; das Eine, was unser Kritiker allein gelten läßt, nämlich grade „die Verurtheilung" Jesu, muß also doch mehr Grund haben, „eine historische Thatsache" zu sein, als alle die andern Beispiele, die im alten Testament oder sonst erzählt sind. Wir wunderten uns schon damals, wie Jemand, der sich nicht entblödet, aller Geschichte zum Hohn zu behaupten, die Verurtheilung Jesu sei in vier Jahrtausenden das einzige Beispiel jüdischer Verfolgung, doch dies eine Factum noch stehen lasse und es nicht lieber auch wegleugne. — Allein wie die ganze übrige Kritik über den bezüglichen napoleon'schen Satz nichts ist, als Sophisterei und elende Wortklauberei, so ist es wohl auch mit diesem vorgeblichen Zweifel. Unser Kritiker preßt nur den Ausdruck: „Die Juden" haben ihren Messias gekreuzigt und meint nach seiner Sophisterei, da sie doch nicht selbst mit eigener Hand die Kreuzigung Jesu vollzogen, sondern vielmehr die Heiden dies gethan, so könne und dürfe man nicht sagen, die Juden haben ihren Messias gekreuzigt. Ein Artikel des „Jüd. Volköblatteö" in Nr. 10 von 1865 spricht sich deutlicher also aus: „Das Kruzifix erinnert zunächst die Juden an eine, viele Jahrhunderte anwährende Anklage, die wir niemals verdient zu haben glauben. Nein, es waren keine Juden, welche Jesus kreuzigen ließen. Diese Todesstrafe war römisch und hat bei unfern Vorfahren niemals Eingang gefunden." Daß die Kreuzigung keine jüdische, sondern römische Todesstrafe war, darüber ist kein Streit, noch Zweifel. Ist aber dies wirklich die Vertheidigung des Kritikers gegen die Beschuldigung Napoleons, so müssen wir nochmals fragen, wie kommt es denn, daß der Kritiker blos einen „Zweifel" hegt? Denn daß ein Heide, Pilatus, das Urtheil der Kreuzigung über Jesum aussprach, und heidnische Kriegsknechte dieses Urtheil vollstreckten, bekennt und weiß Napoleon wie jeder Christ. Dennoch bleibt es zugleich eine unumstößliche Wahrheit, daß die Juden die eigentlichen Kreuziger waren. Denn sie bestürmten mit ihrem anhal-

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